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M1 Abrams
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Der M1 Abrams ist ein amerikanischer Kampfpanzer, der ursprßnglich fßr das US-Militär entwickelt und seit 1980 in Serie produziert wurde. Der Panzer lÜste dort den älteren M60 Patton ab und wurde im Laufe seines Dienstes immer weiterentwickelt und modernisiert. Benannt wurde das Fahrzeug nach US-General Creighton W. Abrams.
Der M1 Abrams bildet das RĂźckgrat der Panzertruppen der USA, Ăgyptens, Saudi-Arabiens, Kuwaits und Australiens. In den USA und Ăgypten wurden insgesamt Ăźber 9000 Exemplare gebaut.cite-ref-1[1]
Contents
⢠Geschichte
⢠Entwicklung
⢠Zukunft
⢠Besatzung
⢠Technik
⢠Bewaffnung
⢠Munition
⢠Feuerleitsystem
⢠Technische Daten
⢠Einsatz
⢠Einsatzprofil
⢠Einsatzgeschiche
⢠Nutzerstaaten
⢠Australien
⢠Ăgypten
⢠Bahrain
⢠Irak
⢠Kuwait
⢠Marokko
⢠Polen
⢠Rumänien
⢠Saudi-Arabien
⢠Ukraine
⢠Varianten
⢠Improved M1
⢠M1A1/M1A1D
⢠M1A2
⢠M1A2 SEP
⢠M1 TUSK
⢠M1 Grizzly
⢠M104 Wolverine
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
Entwicklung
Die US Army nutzte ab Beginn der 1960er Jahre den M60 als Hauptwaffensystem der Panzertruppe. Der M60 war keine Neuentwicklung, sondern war âhastig aus den Teilen zweier vorhergehender Panzer zusammengeschustertâ worden.cite-ref-mill21-2-0[2] James H. Polk, Oberbefehlshaber der US-Truppen in Europa von 1967 bis 1971, äuĂerte, der M60 werde âbeim besten Willen nicht der beste Panzer auf dem europäischen Schlachtfeldâ sein.cite-ref-mill21-2-1[2] Hinzu kam die Tatsache, dass der Warschauer Pakt bei einem Angriff auf die Bundesrepublik Deutschland doppelt so viele Panzer einsetzen konnte wie die NATO-Staaten. Darum riefen 1963, nur vier Jahre nach der Indienststellung des M60, die Vereinigten Staaten und die Bundesrepublik das Projekt Kampfpanzer 70 ins Leben. Der damalige Verteidigungsminister Robert McNamara war der grĂśĂte BefĂźrworter des Projekts. Er war der Meinung, dass die NATO-VerbĂźndeten durch das Teilen von Ideen und Kosten Waffen nicht nur besser und gĂźnstiger produzieren kĂśnnten, sondern diese auch einfacher und gĂźnstiger zu unterhalten wären, als wenn jede Nation einen eigenen Weg ginge.cite-ref-mill22-3-0[3] McNamara und die Army hatten jedoch unterschiedliche Vorstellungen von dem Projekt: McNamaras Vorstellungen waren politisch motiviert, während die der Army taktisch motiviert waren. McNamara wollte in erster Linie die Zusammenarbeit zwischen den Nationen der NATO-Mitglieder vorantreiben, um neue Waffen schneller entwickeln zu kĂśnnen. Die Army hingegen wollte lediglich einen neuen mĂśglichst modernen Kampfpanzer.cite-ref-mill22-3-1[3] Trotz der starken UnterstĂźtzung schlug das Programm nach acht Jahren fehl. Hauptgrund waren die hohen StĂźckkosten des neuen Panzers. Ein Exemplar sollte zwischen 850.000 und einer Million US-Dollar kosten. Der US-Kongress stoppte das Projekt, nachdem etwa 250 Millionen Dollar an Forschungs- und Entwicklungskosten investiert worden waren.cite-ref-mill22-3-2[3]
Im Dezember 1971, kurz nach dem Scheitern des Kampfpanzer-70-Projekts, wurde das XM1 Main Battle Tank Program ins Leben gerufen, um das Konzept fßr einen neuen Kampfpanzer als Nachfolger des M60 zu entwickeln. Die damit beauftragte Arbeitsgruppe hatte ein Budget von 217.500 US-Dollar und fßnf Monate Zeit. Ihre Aufgabe war nicht, einen neuen Panzer zu entwickeln, sondern lediglich die Anforderungen an diesen festzulegen. Die primären Fragen dabei waren:
⢠Wie viel sollte das Fahrzeug wiegen?
⢠Wie groà sollte die Besatzung sein?
⢠Wie sollte es bewaffnet sein?
Die Auflage des US-Kongresses bei der Evaluierung der Eigenschaften war, dass das Fahrzeug maximal 500.000 Dollar pro StĂźck kosten dĂźrfte. Ein GroĂteil der Evaluierungsphase wurde auf die Gewichtsfrage verwendet. Letztendlich empfahl die Arbeitsgruppe ein Gewicht zwischen 46 und 52 t, eine Besatzung von vier Soldaten und eine 105-mm-Hauptbewaffnung.cite-ref-4[4] Die Arbeitsgruppe legte im August 1972 ihren Bericht vor. Dieser wurde sodann einer nochmaligen PrĂźfung durch die Army unterzogen, um ĂźberflĂźssige Eigenschaften zu eliminieren und somit die Kosten zu minimieren, die letztendlich zum Scheitern des Projektes Kampfpanzer 70 gefĂźhrt hatten. Zu den weggefallenen Eigenschaften zählten unter anderem die Ladeautomatik, der Fahrerplatz im Turm und das hydropneumatische Fahrwerk. Damals herrschte allerdings noch Uneinigkeit Ăźber das zu realisierende Schutzniveau. Die offizielle Gewichtsobergrenze fĂźr das Fahrzeug betrug zu diesem Zeitpunkt 47,2 t bei gleichzeitig hohem Schutzniveau. Diese Auflagen schienen nur schwer erfĂźllbar zu sein. Viele hohe Offiziere der Panzertruppe, die an der Entwicklung beteiligt waren, sprachen sich fĂźr eine Reduzierung der Panzerung und damit des Gewichts aus, um die Beweglichkeit des Fahrzeugs zu erhalten. Andere wiederum befĂźrworteten das hohe Schutzniveau trotz des damit einhergehenden hohen Gewichts. Die endgĂźltige Entscheidung darĂźber wurde vom späteren Namensgeber Creighton Abrams gefällt, der ein hohes Schutzniveau fĂźr die wichtigste Eigenschaft eines Kampfpanzers hielt und gleichzeitig von der Verwendung der Chobham-Panzerung Ăźberzeugt war. Das aus diesen Ăberlegungen resultierende finale Konzept wurde im Januar 1973 vom stellvertretenden Verteidigungsminister Bill Clements bewilligt. Laut Konzeption sollte der Panzer die alternde M60-Flotte ersetzen und den angenommenen Bedrohungen des Jahres 1980 gewachsen sein. Die Leistungen des M60 sollten dabei in allen Bereichen Ăźbertroffen werden.cite-ref-5[5]
In der Folge wurde ein auf sieben Jahre angelegtes Entwicklungsprogramm gestartet, das drei Phasen hatte: In Phase 1 sollten die Prototypen von zwei Unternehmen verglichen werden. Dabei handelte es sich zum einen um die Chrysler Corporation (heute General Dynamics Land Systems), die schon den M60 entwickelt hatte, und zum anderen um die General Motors Tochter Detroit Diesel Allison Division. Beide Unternehmen sollten jeweils einen Fahrgestellprototyp fĂźr Fahrversuche, einen Turm und eine Wanne fĂźr Beschusstests sowie ein komplettes Exemplar liefern. Die Fertigstellung der Prototypen sollte im Februar 1976 erfolgen. Bei der Entwicklung der Prototypen hatten beide Unternehmen lediglich folgende Auflagen:
⢠Ein Maximalgewicht von 58 t.
⢠Eine Maximalbreite von 3,66 m (144 Zoll), um das europäische Bahnverlademaà einzuhalten.
⢠Signifikante Verbesserung in allen Bereichen gegenßber dem M60.
⢠Die Verlässlichkeits-, Verfßgbarkeits-, Wartungs- und Haltbarkeitsstandards der US-Army sollten eingehalten werden.
⢠Maximale Stßckkosten von 507.790 US-Dollar.
Innerhalb dieser Grenzen konnten die beiden Unternehmen ihre eigenen Vorstellungen hinsichtlich Schutz, Beweglichkeit und Transportierbarkeit verwirklichen, um die Forderungen zu erfĂźllen.cite-ref-6[6]
Kurz nachdem das Projekt bewilligt worden war, schlossen die USA und die Bundesrepublik 1974 ein Memorandum of Understanding ab, in dem vereinbart wurde, dass die Army einen Prototyp des Leopard 2 testen sollte. Das Ziel war, eine grĂśĂtmĂśgliche Standardisierung zwischen beiden Fahrzeugen zu erzielen. FMC bekundete Interesse daran, den Leopard 2 fĂźr die US Army zu fertigen.cite-ref-7[7] Die Wahl der Panzerung stand ebenfalls zur Debatte. Anfang 1974 schlugen die USA eine Ănderung des Leopard-Designs vor, um die Burlington-Verbundpanzerung zu Ăźbernehmen, Ăźber deren Existenz die Bundesrepublik bereits im März 1970 informiert worden war. Die Leopard-Prototypen hatten noch eine perforierte Panzerung. Die US Army stand im Sommer 1974 vor der Wahl, die deutsche Panzerung zu Ăźbernehmen oder an ihrer Burlington festzuhalten, welche jedoch verglichen mit Panzerstahl keinen Gewichtsvorteil gegenĂźber Wuchtgeschossen bot. Da sich kein Konsens entwickelte, entschied sich General Creighton Abrams fĂźr die Verwendung der Burlington.cite-ref-8[8] Diese wurde vom Ballistic Research Laboratory zur âChobham-Panzerungâ weiterentwickelt, welche speziell auf die BedĂźrfnisse des XM1 zugeschnitten wurde. Auf deutscher Seite wurde daraufhin 1974 eine eigene Verbundpanzerung entwickelt.cite-ref-9[9] Im Rahmen des Memorandum of Understanding sollte auch der Leopard 2 hinsichtlich seiner Eignung als neuer Kampfpanzer getestet werden. Während der Tests zeigte sich, dass dieses Fahrzeug alle Forderungen der Army erfĂźllte oder Ăźbertraf. Wegen des hĂśheren Gewichts und des hĂśheren Preises erfolgte jedoch keine Ăbernahme des Leopard 2 als Kampfpanzer. Stattdessen sollten mĂśglichst viele Baugruppen der beiden Panzer identisch sein. Wesentliche Ănderungen waren am Leopard 2 der Einbau des in Lizenz gefertigten Laserentfernungsmessers des US-Unternehmens Hughes, der gegenĂźber dem EMES 13 billiger und serienreif war, sowie die Verwendung des WBG-Grundgerätes von Texas Instruments fĂźr das Wärmebildgerät WBG-X von Zeiss. Der XM1 Ăźbernahm die Gleisketten des Leopard 2 und sollte langfristig mit der Rheinmetall 120-mm-Glattrohrkanone ausgerĂźstet werden. Der Technologietransfer dazu begann 1979.
Bei der Entwicklung der ersten Prototypen sahen sich Chrysler und General Motors aufgrund des gestiegenen Gewichts gegenĂźber dem M60 und den hĂśheren Anforderungen an HĂśchstgeschwindigkeit und BeschleunigungsvermĂśgen mit der Herausforderung konfrontiert, einen Motor zu entwickeln, der mindestens die doppelte Maximalleistung hatte wie der alte M60-Motor. Chrysler verwendete eine modifizierte Helikopter-Gasturbine, während General Motors einen konventionelleren Weg beschritt und einen neuen Dieselmotor mit variabler Kompression entwickelte.cite-ref-mill27f-10-0[10] Die Versuche mit den Prototypen waren im Februar 1976 abgeschlossen. Die Panzer beider Unternehmen erfĂźllten alle Anforderungen und hatten Stärken und Schwächen in unterschiedlichen Bereichen.cite-ref-mill27f-10-1[10] Im Juli wurde mit der britischen Regierung vereinbart, dass die bereits im M60 genutzte 105-mm-Kanone verwendet werden sollte. Dabei wurde festgehalten, dass das langfristige Ziel der Entwicklung die AusrĂźstung mit einer 120-mm-Kanone war. Nach dieser ersten Testreihe sollte die Auswahl fĂźr eines der beiden Modelle erfolgen; Verteidigungsminister Donald Rumsfeld drängte jedoch darauf, bereits den Prototyp mit einer 120-mm-Kanone auszurĂźsten. Trotz der Proteste seitens der Army, die eine Einstellung des Projekts aufgrund der absehbaren VerzĂśgerungen fĂźrchtete, begannen beide Unternehmen, ihre EntwĂźrfe entsprechend zu ändern. Die TĂźrme wurden modifiziert, um sowohl die 105-mm-Kanone als auch die 120-mm-Kanone aufnehmen zu kĂśnnen. Letztendlich erfolgte die Bewaffnung mit der 105-mm-Kanone M68. Der Grund fĂźr die Ausstattung des Panzers mit der leistungsmäĂig unterlegenen Waffe war, dass eine bewährte Kanone verwendet werden sollte.cite-ref-11[11] Chrysler bekam den Zuschlag fĂźr die Produktion, weil Chryslers Angebot fĂźr die Serienproduktion 36 Millionen Dollar preisgĂźnstiger als das Angebot von General Motors war.cite-ref-mill27f-10-2[10]
Die als Engineering and Manufacturing Development bezeichnete Phase 2 des Entwicklungsprogramms begann im November 1976. Während dieser Phase baute Chrysler elf Vorserienexemplare, die intensiv getestet wurden. Gleichzeitig wurde, zusätzlich zur bereits vorhandenen Fabrik in Detroit, mit Lima Army Tank Plant eine weitere Fertigungsstätte fßr Panzer in Lima (Ohio) errichtet. Auf diese Weise sollten bis zu 60 Panzer im Monat hergestellt werden kÜnnen. Beide Einrichtungen waren Eigentum der Vereinigten Staaten, wurden aber von Chrysler betrieben und unterhalten, da das Unternehmen am besten mit den Produktionsprozessen vertraut war.cite-ref-mill28-12-0[12]
Die Testreihen der Vorserienexemplare litten unter massiven Problemen. Der Subunternehmer fßr die Fertigung der Turbinen, Avco Lycoming, konnte aufgrund von veralteten Produktionsanlagen und schlechtem Management den Zeitplan fßr die Auslieferungen der Turbinen nicht einhalten, während die bereits gefertigten Turbinen gravierende Qualitätsmängel hatten. Die daraus resultierenden Ausfälle der Turbinen, verbunden mit der geringen Anzahl an Vorserienexemplaren, drohten den knappen Zeitplan zu sprengen. Aufgrund dessen mussten alle Fahrzeuge ständig im Versuchseinsatz bleiben, ohne dass Chrysler die MÜglichkeit hatte, die bei den Versuchen gefundenen Mängel ordentlich zu untersuchen und abzustellen. Diese Phase endete im April 1976, obwohl nach wie vor schwerwiegende Probleme im Bereich des Antriebs vorlagen. Das Army Systems Acquisition Review Council und das Defense Systems Acquisition Review Council gaben die Fertigung einer Low Rate Initial Production (LRIP) frei.cite-ref-13[13]
Das Unternehmen Maschinenbau Kiel (MaK) untersuchte 1977 und 1978 an einem Prototyp Pläne zum Einbau der AGT1500-Gasturbine in den Leopard 2. Die Pläne wurden verworfen, weil das Entwicklungsstadium des Leopard 2 bereits weit fortgeschritten war und weil man fßr eine Serienproduktion mit Gasturbine die Wanne noch einmal hätte ändern mßssen.
In der dritten Phase sollten weitere 110 Exemplare in beiden Fabriken hergestellt werden, um sie im grĂśĂeren MaĂstab zu testen. Diese Vorserie war innerhalb der US Army umstritten, weil damals die Zuverlässigkeit und Strapazierfähigkeit des M1 noch unbefriedigend waren. So verstopften die Luftfilter aufgrund des hohen Luftdurchsatzes schnell, die Ketten sprangen oft von den Laufrollen, und die Bedienungsanleitungen des Herstellers waren mangelhaft.cite-ref-cameron10-14-0[14] Nachdem einige Verbesserungsvorschläge der Army umgesetzt worden waren, konnten diese Probleme teilweise behoben werden. Die Turbine und die KraftĂźbertragung waren aber weiterhin sehr stĂśranfällig.cite-ref-mill30-15-0[15] Der offizielle Rollout der ersten beiden Exemplare erfolgte im Februar 1980 im Lima Army Tank Plant in Ohio. Im Rahmen dieser Ăbergabezeremonie wurde der Panzer nach General Abrams benannt. Diese beiden Fahrzeuge wurden letzten technischen und taktischen Truppenversuchen unterzogen. Nach dem Abschluss der Versuche wurde Anfang 1981 die Produktion von 7058 Fahrzeugen genehmigt. Gleichzeitig erfolgte die Klassifizierung als 105 mm Gun Full Tracked Combat Tank M1.cite-ref-mill30-15-1[15] Die Serienproduktion erfolgte auf Anweisung des US-Verteidigungsministers anfangs nur mit einer Rate von 30 Exemplaren pro Monat im Lima Army Tank Plant, weil die Zuverlässigkeit der Turbine und der KraftĂźbertragung nach wie vor nicht den Anforderungen genĂźgten. Nachdem eine vom US-Verteidigungsministerium beauftragte Expertenkommission die optimistische Prognose abgegeben hatte, die bestehenden Probleme wären durch einige Modifikationen zu beheben, wurden ab März 1981 auch M1-Panzer im Detroit Army Tank Plant gefertigt. Die Produktion stieg wie geplant auf 60 StĂźck pro Monat.cite-ref-16[16]
Bis 2009 wurden Ăźber 9000 Exemplare des M1 gebaut, darunter auch Panzer fĂźr Länder wie Ăgypten, Saudi-Arabien, Kuwait und Australien.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]
Der M1 wurde seit seiner EinfĂźhrung mehrfach verbessert. 1985 wurde eine erste groĂe Kampfwertsteigerung durchgefĂźhrt; die neue Version hieĂ M1A1. Seinen ersten Einsatz hatte der M1A1 im zweiten Golfkrieg 1991. Seit dem Zweiten Golfkrieg (erstes Quartal 1991), in dem die 2000 eingesetzten M1A1 das RĂźckgrat der alliierten Streitkräfte in Kuwait waren, wurde in allen neuen Abrams eine spezielle Panzerung aus abgereichertem Uran verbaut. Der M1A2 ist ein verbesserter M1A1 mit zusätzlicher InfrarotsichtausrĂźstung, GPS und weiteren elektronischen Hilfsmitteln; er wird seit 1992 produziert. Mittlerweile wurden fast alle M1- und M1A1-Panzer zum M1A2 umgerĂźstet. Eine weitere Verbesserung des A2 mit dem Namen SEP (System Enhancement Program) wurde 1999 begonnen. Sie wurde mit dem Haushaltsjahr 2004 abgebrochen, noch bevor die geplanten 1150 Aufwertungen erfolgt waren.
FĂźr die nicht dem SEP unterzogenen M1A1 existiert ein weiterer Plan zur Kampfwertsteigerung, das M1A1-AIM-Programm (Abrams Integrated Management Overhaul Program). Seit 2005, zwei Jahre nach dem erklärten Ende des Irak-Krieges, wurden einige Abrams mit dem Tank Urban Survival Kit (TUSK) ausgerĂźstet, das die Ăberlebensfähigkeit des Panzers bei Operationen in bebautem Gelände erhĂśhen soll.
Zukunft
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/fehlend
Die US Army plant, ihre M1-Flotte mangels verfĂźgbarer Alternativen noch weitere Jahre in Betrieb zu halten. Der M1A1 war bis zum Jahr 2021 im Dienst, der M1A2 soll es voraussichtlich sogar noch bis Ăźber das Jahr 2050 hinaus bleiben. Der Bestand soll allerdings von ehemals knapp 8000 auf 2568 Exemplare verringert werden.
Ein Einbau der neuen 120-mm-L/55-Glattrohrkanone von Rheinmetall oder der XM291 Advanced Tank Cannon wurde von der Army erwogen, jedoch nicht realisiert, da in absehbarer Zeit keine Bedrohung auftreten kĂśnnte, die sich nicht mit der L/44-Kanone und der Munition aus abgereichertem Uran bekämpfen lieĂe. Einst war auch der Einbau einer XM360-Variante angedacht, um die Bewaffnung mit dem XM1202 Mounted Combat System zu vereinheitlichen.
Die Army plant, ab 2014 eine neue Version des M1, den M1A3 zu entwickeln. Dabei sollen Teile des TUSK integraler Bestandteil der Konstruktion sein, um den Schutz des Panzers und der Besatzung weiter zu verbessern, ohne das Gewicht drastisch anzuheben. Die M256-Kanone soll durch ein leichteres Modell einer 120-mm-Kanone ersetzt werden. Weiterhin sollen zusätzliche Laufrollen angebracht werden, die Federung soll verbessert werden und eine neue, länger haltbare Kette verwendet werden. Die Bewaffnung soll durch Langstrecken-Präzisionssysteme ergänzt werden, die es mÜglich machen sollen, Ziele in bis zu 12 km Entfernung zu bekämpfen. Die Verkabelung des Panzers soll durch eine moderne Glasfaserverkabelung ersetzt werden, welche das Gesamtgewicht um ca. zwei Tonnen reduzieren soll. Die Auslieferung soll ab 2017 erfolgen.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20] Das Marine Corps steht dabei vor der Entscheidung, die bislang vorhandenen M1A1 weiter in Dienst zu halten, eine Kampfwertsteigerung auf die Version M1A2 SEP vorzunehmen, oder sich an der Entwicklung des M1A3 zu beteiligen.
Das Marine Corps unternimmt darĂźber hinaus eigene Anstrengungen zur Weiterentwicklung des M1, da der Panzer, im Gegensatz zu den Exemplaren der Army, nicht hauptsächlich zum Kampf gegen andere Kampfpanzer vorgesehen ist, sondern zur UnterstĂźtzung von Infanterie. Dazu wurden 3000 Patronen der MPAT-Munition beschafft, um Einbruchsstellen fĂźr Infanteristen in Gebäuden zu schaffen. Zum Schutz gegen RPGs ist die EinfĂźhrung eines abstandsaktiven Schutzsystems angedacht, das anfliegende Projektile vor dem Einschlag zerstĂśren soll. Da derartige SchutzmaĂnahmen jedoch eine erhebliche Gefährdung fĂźr die begleitende Infanterie darstellen, besteht noch Widerstand innerhalb des Marine Corps bezĂźglich der EinfĂźhrung.cite-ref-21[21]
Besatzung
Die Besatzung des M1 besteht, wie bei den meisten westlichen Kampfpanzern, aus vier Soldaten: dem Kommandanten, dem Fahrer, dem RichtschĂźtzen und dem LadeschĂźtzen. Der Kommandant sitzt, in Fahrtrichtung gesehen, hinten rechts im Turm, der RichtschĂźtze vor ihm. Der LadeschĂźtze hat seinen Platz auf der linken Seite des Turms. Der Fahrer sitzt vorne in der Wanne des Panzers in einer halb liegenden Position. Die im Turm untergebrachten Soldaten kĂśnnen Ăźber zwei Luken im Turm ein- und aussteigen; dem Fahrer steht eine eigene Luke in der Wanne zur VerfĂźgung.
Technik
Bewaffnung
Die Bewaffnung des M1 bestand ursprĂźnglich aus einer 105-mm-M68-Kanone mit gezogenem Rohr, die jedoch ab 1984 durch eine Lizenzfertigung der 120-mm-Glattrohrkanone von Rheinmetall, die auch in vergleichbaren westlichen Panzern im Einsatz ist, ersetzt wurde. Die Bezeichnung der US Army fĂźr diese Waffe ist M256. Die Hauptwaffe besitzt einen Richtbereich von 360° in der Horizontalen und â10° bis +20° in der Vertikalen. Waffe und Turm sind stabilisiert und werden nach den Vorgaben des stabilisierten Spiegels im Hauptzielfernrohr nachgefĂźhrt. Das Schwenken des Turms und das Richten der Waffenanlage erfolgt Ăźber einen kombinierten elektro-hydraulischen Antrieb, kann im Notfall jedoch auch manuell erfolgen. Eine volle Drehung des Turms (also um 360°) dauert neun Sekunden. Der Arbeitsdruck der Hydraulikanlage beträgt 105 bis 119 bar. Zur Vermeidung von ungleichmäĂiger Erwärmung bei Wind oder Regen ist das Rohr der Kanone mit einer WärmeschutzhĂźlle ummantelt. Ein Kollimatorspiegel an der RohrmĂźndung ermĂśglicht Korrekturen, um Verwindungen in der Seelenachse des Rohres auszugleichen.
Die Sekundärbewaffnung besteht aus einem achsparallel zur Hauptwaffe montierten M240-Maschinengewehr (7,62 Ă 51 mm), einem weiteren M240, das an der LadeschĂźtzenluke auf einer Lafette montiert ist, und einem schweren Maschinengewehr M48 (12,7 Ă 99 mm) an der Kommandantenluke. Das M48 ist ein modifiziertes Browning M2. Das M48 kann im M1A1 und M1A2 sowohl manuell als auch aus dem Inneren ferngesteuert abgefeuert werden. Kommandanten des M1A2 SEP verfĂźgen nur Ăźber die manuelle MĂśglichkeit. Der Schwenkbereich beträgt 360°, wird in der Praxis jedoch durch das M240 des LadeschĂźtzen begrenzt. Ab der Version A2 wurde das M48 durch ein M2HB (Heavy Barrel) ersetzt. Weiterhin sind an den Seiten des Turms M250-Nebelmittelwurfanlagen mit jeweils sechs Rohren angebracht. Diese kĂśnnen jeweils drei NebelwurfkĂśrper gleichzeitig abschieĂen, um den Panzer hinter einer Nebelwand zu verbergen. Einige M1 wurden mit einer neuen Wurfanlage ausgestattet, deren Bezeichnung M6 lautet. Diese kann neben NebelwurfkĂśrpern auch Flares abfeuern, um hitzesuchende Raketen abzuwehren. Alle M1 sind auĂerdem mit einem vehicle-engine-exhaust smoke system (VEESS) ausgestattet, welches das Einnebeln durch die Einspritzung von Diesel in die Abgasanlage ermĂśglichen soll. Da der Treibstoff jedoch auf JP-8 umgestellt wurde, ist die Anlage nicht mehr funktionsfähig.cite-ref-22[22]
Munition
Aus der Kanone kĂśnnen mehrere Munitionssorten verschossen werden. Alle Munitionssorten verfĂźgen Ăźber eine teilverbrennbare HĂźlse. Gegen stark gepanzerte Ziele wie feindliche Kampfpanzer kommt das Wuchtgeschoss M829A4 Armor Piercing Fin â Stabilized Discarding Sabot â Tracer (APFSDS-T) zum Einsatzcite-ref-23[23]. Es handelt sich hierbei um ein Wuchtgeschoss aus abgereichertem Uran. FĂźr SchieĂĂźbungen wird das Geschoss M865 Target Practice Cone Stabilized Discarding Sabot â Tracer (TPCSDS-T) verwendet. Es handelt sich dabei um ein Ăbungsgeschoss aus Stahl, das anstatt von FlĂźgeln von einem Lochkegelleitwerk stabilisiert wird. Auf den ersten Kilometern der Flugstrecke weist das Geschoss fast die gleiche Flugbahn wie das M829 auf, der Sicherheitsbereich verringert sich jedoch stark.cite-ref-24[24]
Gegen schwach gepanzerte und weiche Ziele sowie Feldbefestigungen werden die M830 und M830A1 HEAT-MP-T High Explosive Anti Tank Multi Purpose â Tracer (HEAT-MP-T) eingesetzt. Trotz der ähnlichen Namensgebung handelt es sich bei dem M830A1 nicht um eine Weiterentwicklung des M830, sondern um eine komplette Neuentwicklung. Das M830-Geschoss weist eine MĂźndungsgeschwindigkeit von 1140 m/s auf und wiegt etwa 24,2 kg. Der ZĂźnder des Geschosses wird nach einer Flugstrecke von 30 m scharf; unter dieser Distanz wirkt das Geschoss lediglich durch seinen Einschlag. Es wird vorzugsweise bei Kämpfen in urbanem Gelände eingesetzt, um Gegner hinter Deckungen und in Gebäuden zu bekämpfen. Das M830A1-Geschoss verfĂźgt Ăźber einen einstellbaren ZĂźnder, der die Detonation beim Einschlag oder bei der Annäherung erlaubt. Die Detonation bei der Annäherung wird zur Bekämpfung langsam fliegender Luftfahrzeuge verwendet. Das M830A1 verfĂźgt im Gegensatz zum M830 Ăźber einen Treibspiegel. Der Einsatz in urbanem Gelände ist daher eingeschränkt, weil durch die abgelĂśsten Teile des Treibspiegels Kollateralschäden mĂśglich sind. Das M830A1 weist eine MĂźndungsgeschwindigkeit von 1410 m/s auf und wiegt etwa 22,7 kg. Zur Unterscheidung fĂźr den LadeschĂźtzen wird das M830 als HEAT bezeichnet, das M830A1 als MPAT.cite-ref-25[25]
Um auch Infanterie effektiv bekämpfen zu kĂśnnen, wurde ab August 2002 die Kartätsche M1028 entwickelt, die 1100 Wolframkugeln enthält und damit wie Schrotmunition wirkt.cite-ref-26[26] Die etwa 9,5 mm groĂen Wolframkugeln sind in einem Container untergebracht, der nach dem Verlassen des Rohres aufbricht und die Kugeln freigibt, die sich dann kegelfĂśrmig ausbreiten. Die Bekämpfung von Zielen hinter Wänden und das Beseitigen von leichten StraĂensperren ist damit ebenfalls mĂśglich. Die effektive Reichweite beträgt etwa 500 m.cite-ref-27[27] Eine weitere Neuentwicklung ist das M908 High Explosive â Obstacle Reducing â Tracer (HE-OR-T), das die Beseitigung von StraĂensperren ohne die Hilfe von Pionierpanzern mĂśglich machen soll.cite-ref-28[28] Bei dem Geschoss handelt es sich um ein modifiziertes Hohlladungsgeschoss M830A1, das mit einer Stahlspitze und einem VerzĂśgerungszĂźnder versehen ist, um tief in ein Hindernis einzudringen und dann im Inneren zu detonieren.
Die Munition wird im Heck des Panzers in einem Munitionsmagazin gelagert, das durch ein hydraulisch betriebenes Schott vom Kampfraum getrennt ist. Während des Nachladevorgangs betätigt der LadeschĂźtze mit seinem Knie einen Schalter, der das Schott Ăśffnet. Nach der Entnahme der entsprechenden Munitionssorte lässt der LadeschĂźtze den Schalter los und das Schott schlieĂt sich wieder. Laut den Vorschriften der US Army darf das Schott erst geĂśffnet werden, wenn der Verschluss der Kanone vollständig geĂśffnet ist. Während eines laufenden SchieĂvorgangs kĂśnnen sich nicht verbrannte Reste der Treibladung durch den plĂśtzlichen Kontakt mit Sauerstoff, der durch den sich Ăśffnenden Verschluss einstrĂśmt, wieder entzĂźnden und in den Kampfraum eindringen (im Jargon der Army âFlashbackâ genannt). Ist das Schott während eines solchen Flashbacks geĂśffnet, kann dieser die verbrennbare HĂźlse der Munition entzĂźnden und so das Geschoss im Kampfraum zĂźnden, was zum Tod der Besatzung fĂźhren wĂźrde.cite-ref-29[29] Die Oberseite des Munitionsmagazins ist mit Sollbruchstellen versehen, um im Falle einer Munitionsexplosion die Energie nach oben abzuleiten und das Ăberleben der Besatzung zu ermĂśglichen.
Panzerung und Schutzsysteme
Der M1 ist durch eine Kompositpanzerung geschĂźtzt, die meist als Chobham-Panzerung bezeichnet wird. Zusätzlich zur äuĂeren SchutzhĂźlle sind die Treibstofftanks und das Munitionsdepot in eigenen gepanzerten Bereichen untergebracht, um die Gefahr eines Treibstoffbrandes oder einer Munitionsexplosion zu verringern. Der Munitionsbunker im Turmheck verfĂźgt auĂerdem Ăźber AusblasmĂśglichkeiten (Blow-out-panels) an der Oberseite, um die Energie einer Explosion der dort gelagerten Munition nach auĂen abzuleiten. Der Innenraum des Panzers ist ab der Version M1A1 mit Kevlarmatten ausgekleidet, um den Splitterkegel beim Durchschlagen der Panzerung zu reduzieren oder komplett zu verhindern. Zum Schutz vor Bränden ist ein automatisches FeuerlĂśschsystem im Kampf- und Triebwerksraum installiert. Dieses erkennt Feuer mittels optischer Sensoren innerhalb von 100 Millisekunden und lĂśscht es mit Halon.cite-ref-30[30] Ab der Version M1A1 wurde ein ABC-Schutzsystem, ein Strahlungsmessgerät vom Typ AN/VDR-1 sowie ein Sensor fĂźr chemische Waffen installiert.
Die äuĂere SchutzhĂźlle besteht hauptsächlich aus Panzerstahl nach MIL-A-11356. Die Wannen- und Turmfront sowie die Turmseiten werden hingegen durch eine Verbundpanzerung geschĂźtzt, da diese häufiger gegnerischem Beschuss ausgesetzt sind. Auf der Suche nach einer Verbundpanzerung fĂźr den XM815-Panzer besuchte eine amerikanische Delegation im Juli 1973 Chobham, um sich dort Ăźber die von den Briten entwickelte Burlington-Verbundpanzerung zu informieren. Beeindruckt von den Ergebnissen, begann das Ballistic Research Laboratory am Aberdeen Proving Ground mit der Entwicklung einer âChobham-Panzerungâ, welche speziell auf die BedĂźrfnisse des nun XM1 genannten Panzers zugeschnitten war. Im Februar 1978 wurden schlieĂlich die ersten M1-Vorserienmodelle mit Chobham-Panzerung an die US Army Ăźbergeben. 1984 wurde die M1-Production auf das Modell M1 IP (Improved Protection) umgestellt. Dabei wurde die Turmfrontpanzerung noch einmal geändert; statt des âkurzenâ Turmes mit einer Frontdicke von etwa 650 mm wurden von da an nur noch M1 mit âlangenâ TĂźrmen mit einer Frontdicke von etwa 880 mm gebaut, um mehr Platz fĂźr die Verbundpanzerung zu schaffen. Das Fahrzeuggewicht stieg dadurch von 55,7 t auf 57 t. Die Version M1, M1 IP und M1A1 sind wie der Challenger 1 mit der klassischen Chobham-Panzerung ausgestattet, deren exakter Aufbau der Geheimhaltung unterliegt. Allerdings wird der Aufbau der Panzerung des Leopard 2A1-3 ähneln, welche gemäà R.M. Ogorkiewicz von der Janeâs Information Group aus Keramik, gehärteten Stahlplatten und Aluminium bestand. Interessanterweise ist der Aufbau damit einer RARDE-Panzerung ähnlich, welche 1995 im International Journal of Impact Engineering vorgestellt wurde. Diese besteht aus Aluminiumoxid, Stahl und glasfaserverstärktem Kunststoff.cite-ref-31[31] Die Aluminiumplatte als âBackingâ wĂźrde aufgrund der hĂśheren Dichte auch die etwas besseren Schutzwerte des Leopard 2A1-3 gegen Wuchtgeschosse erklären. Bei der Version M1A1 HA (Heavy Armor), sowie M1A1 HA+ und M1A1 HC (Heavy Common) wurde auf eine Verbundpanzerung der dritten Generation gewechselt, welche eine Zwischenschicht aus abgereichertem Uran enthält. Dieses ist in Stahl eingeschlossen, um die Forderungen nach einem harten und dichten Material zu erfĂźllen.cite-ref-armyt-32-0[32] Die Fahrzeugmasse stieg auf etwa 61,3 t an, allerdings dĂźrfte die Gewichtssteigerung durch die Schwermetallschicht und die grĂśĂere 120-mm-Kanone durch leichtere Keramiken wie Siliciumcarbid und zeitgemäĂe Faserwerkstoffe wie Kevlar teilweise ausgeglichen worden sein. Die Versionen M1A1 AIM und M1A1D besitzen ebenfalls diese Panzerung. Die neuesten Versionen M1A2 und M1A2 SEP sollen GerĂźchten zufolge wie der Challenger 2 mit einer Dorchester-Panzerung ausgestattet sein. Diese besteht aus Urandioxid-Nuggets und Gummi, Wolfram ist ebenfalls enthalten.cite-ref-33[33] Vermutlich wird das âBackingâ aus leistungsfähigeren Dyneemafasern bestehen. Das Gefechtsgewicht stieg hier auf bis zu 63 Tonnen an.
Aufgrund der steigenden Ausfälle des Panzers im Irak beim Einsatz in bebautem Gelände wurde das TUSK-Programm ins Leben gerufen. TUSK steht fĂźr Tank Urban Survival Kit und ist ein ZurĂźstsatz fĂźr den M1 Abrams zur Steigerung der Ăberlebensfähigkeit bei Einsätzen in bebautem Gebiet. Dabei wird die ARAT-Reaktivpanzerung (Abrams Reactive Armor Tiles) auf die SeitenschĂźrzen montiert. Eine weitere Reaktivpanzerung, welche als ARAT II bezeichnet wird, soll die Turmseiten besser vor Hohlladungswaffen und projektilbildenden Ladungen schĂźtzen. Eine 1360 kg schwere V-fĂśrmige Zusatzpanzerung verstärkt die Unterseite der Fahrzeugwanne gegen Minen und Sprengfallen. Der Fahrersitz wird dabei wie im Leopard 2A6M Ăźber vier Gurte an der Fahrzeugdecke aufgehängt, durch die Entkopplung des Fahrersitzes vom Wannenboden wird das Risiko einer Verletzung oder TĂśtung des Fahrers durch die elastische Verformung des Wannenbodens im Fall einer Minenexplosion unter der Wanne verringert. Zusätzlich kann am Heck eine Käfigpanzerung angebracht werden.
Der M1 kann mit verschiedenen Abstandsaktiven Schutzsystemen ausgerĂźstet werden. Seit 1991 steht das Softkillsystem AN/VLQ-6 Missile Countermeasure Device (MCD) zur VerfĂźgung, welches auch als HardHat bezeichnet wird. Das System wird auf den Turm vor der Luke des LadeschĂźtzen montiert, beim M1A2 befindet sich an dieser Stelle das unabhängige Wärmebildgerät des Kommandanten. Der StĂśrsender mit einer Elevationsabdeckung von 12° und einer Azimutabdeckung von 40° soll die Infrarotquelle am Heck des FlugkĂśrpers Ăźberstrahlen, so dass bei SACLOS-gelenkten Panzerabwehrwaffen die Lenkeinrichtung des Startgeräts gestĂśrt wird. Die Ăberblendung soll dabei ab etwa 50 % der Schussentfernung stattfinden, bei Beschuss von 2000 m Entfernung also auf etwa 1000 m.cite-ref-34[34] Da der StĂśrsender beim M1 aus Sicht des Startgerätes oben rechts im Fadenkreuz erscheint, wird die Flugbahn der Lenkwaffe dauerhaft nach unten links korrigiert, was zu Bodentreffern fĂźhren kann. Später wurde die verbesserte Version AN/VLQ-8A gekauft. Das System kann auch auf dem M2/M3 Bradley eingesetzt werden und wird nur bei Bedarf eingebaut. Neben der manuellen Vernebelung durch die Nebelmittelwurfanlagen vom Typ M250 (sechs Werfer pro Turmseite) oder M257 (acht Werfer pro Turmseite) kann das System noch mit dem M6-Werfer kombiniert werden, um NebelwurfkĂśrper und Flares abzufeuern.cite-ref-35[35] Bis Januar 2021 wurden rund 400 M1 der US Army mit einem Trophy genannten Hardkillsystem ausgerĂźstet.cite-ref-36[36] Alle M1 sind auĂerdem mit einem vehicle-engine-exhaust smoke system (VEESS) ausgestattet, welches das Einnebeln durch die Einspritzung von Diesel in die Abgasanlage ermĂśglicht. Bei Fahrzeugen, welche mit JP-8 betrieben werden, ist die Anlage nicht mehr funktionsfähig.
Am Panzer kann noch weiteres ZubehĂśr montiert werden, um seine Ăberlebensfähigkeit zu erhĂśhen. So kĂśnnen an der Wannenfront beispielsweise ein Minenpflug, Minenwalzen oder eine Räumschaufel befestigt werden, um Sperren zu beseitigen. Australische M1 AIM sind noch mit dem Barracuda-Tarnsystem von Saab ausgerĂźstet.cite-ref-armyt-32-1[32] Schätzungen zufolge verfĂźgen die verschiedenen AusfĂźhrungen des M1 Abrams Ăźber folgenden Panzerschutz in RHA-Ăquivalent gegen HEAT- und KE-Geschosse:cite-ref-37[37]
| Angaben im mm | M1 Abrams | M1 IP / M1A1 | M1A1 HA | M1A2 | M1A2 SEP |
|---|---|---|---|---|---|
| Wannenfront (KE) | 400 | 490 | 590 | 625 | 625 |
| Wannenfront (HEAT) | 700 | 800 | 800 | 1050 | 1050 |
| Turmfront (KE) | 400 | 450 | 680 | 900 | 960 |
| Turmfront (HEAT) | 700 | 920 | 1320 | 1620 | 1620 |
Antrieb und Laufwerk
Der M1 wird von einer Gasturbine des Typs Lycoming Textron AGT1500 angetrieben, welche von einer Digital Electronic Control Unit (DECU) gesteuert wird. Das Aggregat wurde in den 1970er-Jahren aus der PLT27-Gasturbine entwickelt. Der Vorteil dieses Antriebskonzepts besteht darin, dass eine Gasturbine im Vergleich zu einem Dieselmotor gleicher Leistung wesentlich kleiner und leichter ist. So wiegt die Turbine lediglich 1134 kg (2500 lb). Zudem benĂśtigt die Turbine keine KĂźhlflĂźssigkeit und es kann fast jede brennbare FlĂźssigkeit als Kraftstoff in beliebigen Mischungsverhältnissen verwendet werden. Aus praktischen GrĂźnden kommen hierfĂźr Benzin, Diesel und Kerosin zum Einsatz. Die US-Armee verwendete bis zum Anfang der 1990er-Jahre Diesel als Treibstoff, danach wurde aus logistischen GrĂźnden auf JP-8 umgestellt. Die australische Armee verwendet nach wie vor Diesel. Das komplette Antriebsaggregat besteht aus den Luftfiltern links und rechts der Turbine, der Zweiwellengasturbine mit Rekuperator und Untersetzergetriebe (7,5:1), dem hydromechanischen Schalt-, Wende- und Lenkgetriebe X-1100-3B der Firma Allison Transmission mit sechs Gängen und zwei KĂźhlern. Die Gasturbine ist längs und mittig im Heck des Panzers eingebaut und bildet mit dem Getriebe ein âTâ.
Die Gasturbine AGT1500 ist modular aufgebaut und besteht aus vier Teilen: Dem vorderen Teil aus Verdichtern und Brennkammer, dem hinteren Teil aus Turbinen und Rekuperator, dem Untersetzungsgetriebe, sowie den externen Anbauten wie dem Anlasser oder dem Verstellmechanismus der Leitschaufeln. Der Anlasser ist ein Elektromotor mit 5500â9000/min, der die Hochdruckstufen der Gasturbine Ăźber ein Hilfsgetriebe auf Drehzahl bringt, bis die Turbine zĂźndet. Die eingesaugte Luft wird durch die Luftfilter von Verunreinigungen befreit und durch den fĂźnfstufigen Axialkompressor der Gasturbine verdichtet. Der folgende Hochdruckverdichter besitzt vier axiale sowie eine abschlieĂende radiale Verdichtungsstufe und komprimiert die Luft weiter auf einen Druck von 14â16 bar. Hier wird auch Zapfluft zur KĂźhlung von Triebwerksteilen abgefĂźhrt. Das Arbeitsgas strĂśmt anschlieĂend durch den Rekuperator im Heck der Turbine und von dort aus in die Brennkammer. Die Brennkammer und EinspritzdĂźsen sind wie beim Pratt & Whitney JT9D aus einer Nickel-Thoriumdioxid-Legierung gefertigt, wobei der Anteil des radioaktiven Thoriums etwa 2 % ausmacht.cite-ref-38[38] Die einstufige Hochdruckturbine ist luftgekĂźhlt und treibt den Hochdruckverdichter an. Die nachfolgende einstufige Niederdruckturbine rotiert gegenläufig und treibt den Niederdruckverdichter an. Danach wird Ăźber eine ungekĂźhlte Axialturbine die Antriebswelle angetrieben, wobei der Stator der Stufe mit beweglichen Leitschaufeln ausgestattet ist. AnschlieĂend wird das Abgas nach oben durch den Rekuperator gefĂźhrt und Ăźber einen Abgaskanal oberhalb des Getriebes mittig am Heck ausgestoĂen. Die Abgastemperatur beträgt etwa 500 °C, da der Rekuperator die verdichtete Luft vor der Brennkammer mĂśglichst stark erwärmen soll. Die Antriebsleistung der Turbine wird durch ein im Rekuperator eingebautes Untersetzungsgetriebe an das Hauptgetriebe abgegeben, wobei die Drehzahl im Untersetzergetriebe von 22.500/min bei Nennleistung auf 3000/min reduziert wird, während sich das Drehmoment erhĂśht.cite-ref-39[39] Der Massedurchsatz durch die Turbine beträgt bei Nennleistung etwa 5,36 kg/s.
Gasturbinen besitzen im Gegensatz zu Dieselmotoren einen anderen Drehmoment- und Leistungsverlauf. Die Leistungskurve ist bei Gasturbinen prinzipbedingt flacher als bei Kolbenmaschinen. Damit steht auch in den unteren Drehzahlbereichen eine hohe Antriebsleistung zur VerfĂźgung. Die Leistungskurve verläuft wie bei allen Turbomaschinen in etwa logarithmisch: Bei 40 % Drehzahl werden etwa 67 % der Leistung (746 kW) bereitgestellt, bei voller Drehzahl von 3000/min 100 % Leistung (1119 kW). Der Drehmomentenverlauf ist linear und absteigend, wodurch der Panzer eine hervorragende Elastizität erhält: Bei etwa 30 % Drehzahl stehen 6000 Nm zur VerfĂźgung, diese sinken auf etwa 5000 Nm bei 65 % der Maximaldrehzahl. Diese wird mit 3000/min angegeben, wobei ein Regler Drehzahlen von Ăźber 3100/min verhindert. Im Gefechtseinsatz fährt die Turbine im Tactical-idle-Modus. Dabei wird die Leerlaufdrehzahl von 870â950/min auf 1250â1350/min erhĂśht und somit das Ansprech- und Beschleunigungsverhalten des Panzers verbessert.cite-ref-40[40] Interessanterweise kann die AGT1500 bei 1300/min fast 800 kW Leistung liefern; selbst beim Fahren (unter Last) im Standgas setzt die Gasturbine also 40 % mehr Leistung frei als der Motor des Vorgängermodells M60 bei Volllast.cite-ref-41[41] Dies fĂźhrt allerdings zu einem wesentlich hĂśheren Treibstoffverbrauch, der im Leerlauf fast genauso hoch wie bei Volllast ist.cite-ref-42[42] Während der Truppenerprobung fĂźr die schwedische Armee (1993/1994) wurde fĂźr den M1 ein Durchschnittsverbrauch von 1480 l/100 km im Gelände ermittelt, was mehr als dem Doppelten des Konkurrenzmodells Leopard 2 entsprach.cite-ref-43[43]
Während bei einem Kolbenmotor das Motorgeräusch durch die Abgasanlage austritt, entsteht das Betriebsgeräusch einer Turbine am Verdichter. Durch den notwendigen Luftfilter vor dem Verdichter wird das Geräusch reduziert â dies und die groĂe Laufruhe brachten dem M1 Abrams bei seinem ersten REFORGER-ManĂśver den Spitznamen whispering death (dt.: flĂźsternder Tod) ein.cite-ref-cameron10-14-1[14] Die AGT1500-Turbine sollte ursprĂźnglich durch die LV100-5 ersetzt werden, die fĂźr den Block-III-Panzer des ASM-Programms entwickelt wurde. Im Vergleich zur AGT1500 konnte der Treibstoffverbrauch um 33 % im Normalbetrieb und um 50 % im Leerlauf gesenkt werden. Das Leistungsgewicht wurde ebenfalls verbessert sowie die Zahl der Bauteile um 43 % reduziert und die Zuverlässigkeit um Ăźber 400 % gesteigert. Nach dem Abbruch des XM2001-Programms wird die LV100-5-Gasturbine nun unter dem PROSE-(Partnership for Reduced Operating and Support Costs, Engine)-Programm der US-Armee von Honeywell und General Electric weiterentwickelt.cite-ref-44[44] 2006 wurde das Unternehmen Honeywell International im Rahmen der PROSE Phase 1 mit dem AGT1500-TIGER-Programm beauftragt. Das Programm hat eine Steigerung der Betriebslebensdauer der teilweise 30 Jahre alten Triebwerke von 700 auf 1400 Betriebsstunden zum Ziel.cite-ref-def-45-0[45]
Das hydromechanische Schalt-, Wende- und Lenkgetriebe X1100-3B von Allison Transmission beschleunigt den Panzer auf seine HĂśchstgeschwindigkeit, welche gemäà der technischen Anleitung der US Army bei 40â50 mph (64â80 km/h) bei 1500 hp und 3000/min liegt.cite-ref-trans-46-0[46] Die exakte HĂśchstgeschwindigkeit hängt vom Untergrund ab und davon, ob die Turbine âoffenâ ist, dabei kĂśnnen Drehzahlen von 3500/min und Geschwindigkeiten Ăźber 100 km/h erreicht werden.cite-ref-def-45-1[45]cite-ref-47[47] Das Getriebe ist ebenfalls modular aufgebaut und besteht aus vier Baugruppen: Dem Eingangsmodul mit dem Drehmomentwandler, dem MittelstĂźck mit dem Schaltgetriebe, der hydrostatischen Pumpe, sowie den Ausgangsmodulen links und rechts, welche Bremse und Summiergetriebe enthalten. Die Kraft wird von der Gasturbine Ăźber ein weiteres Getriebe an den Drehmomentwandler abgegeben; bei ähnlichen Eingangs- und Ausgangsdrehzahlen findet eine mechanische WandlerĂźberbrĂźckung statt. Das automatische Schaltgetriebe besitzt sechs Gänge, wobei vier fĂźr die Vorwärts- und zwei fĂźr die RĂźckwärtsfahrt eingebaut sind. Der Fahrer kann dabei zwischen vier Fahrstufen wählen:cite-ref-trans-46-1[46]
⢠R (reverse): Rßckwärtsfahrt. Das Getriebe wechselt zwischen den Gängen R1 und R2.
⢠N (neutral): Um den Abrams im Stehen um die Hochachse zu drehen. Ein Fahren ist nicht mÜglich.
⢠D (drive): Vorwärtsfahrt, wobei das Getriebe nur die Gänge 2, 3 und 4 verwendet.
⢠L (low): Vorwärtsfahrt mit allen Gängen, welche weiter ausgefahren werden.
Im Getriebe befindet sich auch eine Hydraulikpumpe, welche den Ăldruck fĂźr die Lenkung und die Parkbremse aufbaut. Die Kraft des Motors wird links und rechts des Getriebes mit gleicher Drehzahl Ăźber die Nullwelle an die Ausgangsmodule weitergegeben, wo ein Summiergetriebe diese mit der Drehzahl eines Hydraulikmotors kombiniert, um Kurvenfahrten und das Drehen um die Hochachse zu ermĂśglichen. Die Ălflussmenge jedes Hydraulikmotors bestimmt der Fahrer durch das Lenken. Im Gegensatz zum Leopard 2 ist das System wesentlich einfacher aufgebaut, da keine zusätzlichen hydrodynamischen Kupplungen zur Aufteilung des Kraftflusses verwendet werden.cite-ref-48[48] Die Bremse ist ebenfalls wesentlich einfacher aufgebaut: Die Ausgangsmodule enthalten ĂślgekĂźhlte Mehrscheibenbremsen, welche den Panzer verzĂśgern und als Parkbremse wirken kĂśnnen. Um auch bei abgeschalteter Gasturbine den Bremsdruck erzeugen zu kĂśnnen, speist die Hydraulikpumpe auch ein Druckreservoir. Im Gegensatz dazu verwendet der Leopard 2 drei Bremssysteme pro Seite: Eine verschleiĂfreie hydraulische StrĂśmungsbremse und Bremsscheiben im Getriebe sowie in die Seitenvorgelege integrierte Scheibenbremsen als Parkbremse.cite-ref-49[49] Nach den Ausgangsmodulen wird die Kraft der AGT1500 an die Seitenvorgelege abgegeben, welche als Planetengetriebe in die Triebräder integriert sind. Die Abwärme des Getriebes, der Hydraulik und der Scheibenbremsen wird Ăźber Ăśldurchflossene Wärmetauscher links und rechts des Abgaskanals nach hinten an die Umgebungsluft abgegeben. Die Ventilatoren der Wärmetauscher werden Ăźber das Eingangsmodul angetrieben. Die Wärmetauscher enthalten auch das vehicle-engine-exhaust smoke system (VEESS), um den Panzer durch das Einspritzen von Diesel (wenn dieser als Treibstoff verwendet wird) einzunebeln, da ein Einspritzen in den Abgasstrahl eine Nachbrennerflamme zur Folge hätte.
Das komplette Antriebsaggregat kann innerhalb einer Stunde mit Hilfe eines Krans entfernt werden. Durch die modulare Bauweise kĂśnnen jedoch 70 % aller Teile ausgebaut werden, ohne das komplette Aggregat zu entfernen. Bei einem vollständigen Ausbau werden Gasturbine, Getriebe und die beiden KĂźhler mit Hilfe eines Anschlaggeschirrs aus dem Panzer gehoben. Die drei Luftfilter, welche aus zweistufigen Fliehkraftabscheidern und nachfolgenden Feinfiltern bestehen, bleiben im Fahrzeug. Beim Wiedereinbau muss die Verbindung zwischen den Luftfiltern und der Gasturbine dicht sein, da sonst die Gefahr von Schäden durch FremdkĂśrper besteht, was in sandigen Gebieten ein Problem darstellen kann. Im zweiten Golfkrieg 1991 wurden viele M1 durch verstopfte Luftfilter auĂer Gefecht gesetzt, da diese in den staubigen WĂźstengebieten schnell an ihre Grenzen stieĂen. Aufgrund dieser Erfahrungen wurde ein integriertes Luftfilter-Reinigungssystem entworfen, das den Lufteinlass zu einem Filter sperrt und diesen dann durch rĂźckwärtig eingeblasene Luft reinigt, während die beiden anderen Luftfilter weiterarbeiten. Auf diese Weise kĂśnnen nacheinander alle Filter gereinigt werden, ohne die Turbine abzustellen. Die Wiederbeschaffungskosten eines Luftfilters liegen bei lediglich 120 US-Dollar, der Wechsel dauert etwa eine halbe Stunde.cite-ref-50[50]cite-ref-51[51]
Der Kraftstoffvorrat des M1 beträgt insgesamt 1911 Liter, verteilt auf vier Tanks. Der M1A2 SEP hat lediglich eine Kapazität von 1680 Litern, da einer der Tanks entfernt wurde, um Platz fĂźr einen Generator zu schaffen. Deshalb wurden im Irakkrieg 2003 teilweise Gummiblasen (engl. Collapsible Fuel Bags) mit einer Kapazität von 303 Litern an den Panzern mitgefĂźhrt, um den Kraftstoffvorrat zu erhĂśhen. Diese MaĂnahme wurde jedoch nur in relativ sicheren Situationen wie bei Truppenverlegungen durchgefĂźhrt, in Gefechtssituationen wurden die Blasen nicht verwendet.cite-ref-52[52]
Die Federung des Panzers erfolgt Ăźber ein hydromechanisches Federungssystem, das aus sieben Schwingarmen auf jeder Seite besteht. Die Schwingarme sind mit Torsionsstäben aus hochfestem Stahl verbunden, die quer durch die Wanne laufen und an der gegenĂźberliegenden Seite fixiert sind. Der maximale Federweg fĂźr die Laufrollen beträgt 381 mm. An jeder Seite befinden sich zusätzlich drei drehbare StoĂdämpfer, die mit der ersten, zweiten und siebten Laufrolle verbunden sind. An der Oberseite des Laufwerks befinden sich zwei StĂźtzrollen auf jeder Seite, die das Durchhängen der Kette verhindern sollen. Als Gleiskette dient eine âlebendeâ Verbinderkette des Unternehmens Diehl vom Typ 570 N oder 570 P3/P6. Das Fahrzeug ist bis zu einer Gewässertiefe von 1,2 m watfähig. Das United States Marine Corps beschaffte zusätzlich das Deep Water Fording Kit (DWFK) zum Tiefwaten, welches aus einem Auspuffschacht und zwei Lufteinlassrohren besteht. Während des Landmarsches werden die Schächte ineinander geschoben im Staugitter am Heck des Turmes transportiert. Bei der Watfahrt befinden sich die Lufteinlassschächte auf dem LĂźftergitter auf dem linken Wannenheck, der Auspuffschacht wird mittig auf dem Auspuffgräting befestigt. Damit kann eine Wattiefe von 2,37 m erreicht werden. Nach erfolgter Durchwatung kĂśnnen die Schächte durch eine Drehbewegung des Turmes abgestreift werden.
Optik und Sensoren
Dem Kommandanten stehen insgesamt sechs Winkelspiegel zur VerfĂźgung, die ihm eine 360°-Rundumsicht ermĂśglichen, sowie eine dreifach vergrĂśĂernde Optik fĂźr das M2-Maschinengewehr. Weiterhin kann Ăźber eine optische Verbindung auf das Hauptzielfernrohr des RichtschĂźtzen zurĂźckgegriffen werden. Ihm stehen dadurch alle MĂśglichkeiten der Feuerleitanlage fĂźr Bordkanone und Turm-MG zur VerfĂźgung. In den Betriebsstufen Normal und Notbetrieb kann er den RichtschĂźtzen Ăźbersteuern. Ab der Version A2 steht dem Kommandanten zusätzlich ein eigenes unabhängiges Wärmebildgerät zur VerfĂźgung, das die Bekämpfung von Zielen im Hunter-Killer-Verfahren ermĂśglicht.
Dem RichtschĂźtzen steht mit dem Hauptzielfernrohr (Gunnerâs Primary Sight â GPS) ein Tagsichtkanal und der Wärmebildkanal des Wärmebildgerätes (Thermal imaging sight â TIS) zur VerfĂźgung, das zusammen mit dem Laserentfernungsmesser im gepanzerten Ausblickkopf auf der rechten Turmseite gebĂźndelt wird. Der Tagsichtkanal wie auch das Wärmebildgerät besitzen eine dreifache und eine zehnfache VergrĂśĂerung. Die Erfahrungen aus dem zweiten Golfkrieg zeigten, dass die effektive Reichweite der Hauptwaffe grĂśĂer war als die Entfernung, auf die noch Ziele mit dem Wärmebildgerät ausgemacht werden konnten. Das TIS des M1A2 SEP besitzt deshalb eine 3-fach, 6-fach, 13-fach, 25-fach und 50-fach vergrĂśĂernde Optik.
Das Strichbild im GPS wurde bis zum M1A2 zusätzlich in der horizontalen Achse nachstabilisiert, um die aus KostengrĂźnden fehlende Vollstabilisierung des Sichtfeldes auszugleichen. Diese erfolgte lediglich durch den Turm. Das als Line of Sight Compensation bezeichnete System fĂźhrt zu einem seitlichen Zittern des Strichbildes, was sich auf grĂśĂere Entfernungen durch eine geringere BildauflĂśsung im Okular bemerkbar macht. Mit dem M1A2 erfolgte eine Stabilisierung der Sichtlinie in beiden Achsen. Beim Ausfall der Primäroptik steht dem RichtschĂźtzen noch ein Hilfszielfernrohr (Gunnerâs Auxiliary Sight â GAS) mit einfacher oder achtfacher VergrĂśĂerung zur VerfĂźgung. Dieses ist nicht stabilisiert, der Ausgang befindet sich jedoch in der Kanonenblende unterhalb des achsparallelen Maschinengewehrs, so dass die Optik immer auf die Achse der Kanone ausgerichtet bleibt.
Dem LadeschĂźtzen steht als Beobachtungsmittel ein einzelner, um 360 Grad drehbarer Winkelspiegel mit einfacher VergrĂśĂerung zur VerfĂźgung. Der Fahrer verfĂźgt Ăźber drei Winkelspiegel, die nach vorne, links vorne und rechts vorne gerichtet sind.
Feuerleitsystem
Das Feuerleitsystem besteht aus einem Nd:YAG-Laserentfernungsmesser der Raytheon Systems Company, einem digitalen Feuerleitrechner der Firma General Dynamics Canada und den stabilisierten Optiken des RichtschĂźtzen. Der Laser misst Entfernungen bis 7990 Meter auf 10 Meter genau, wobei lediglich Entfernungen zwischen 200 und 4000 Metern vom Feuerleitrechner berĂźcksichtigt werden. Zum Vermeiden von Mehrfachechos kann mit ARM 1ST RTN beziehungsweise ARM LAST RTN zwischen Erst- und Letztechoverwertung gewählt werden. Kampfpanzer des US Marine Corps sind dagegen mit dem augensicheren Laser-Entfernungsmesser (ELRF â eyesafe laser rangefinder) von Carl Zeiss Optronics ausgestattet. Bei einer Messgenauigkeit von 5 Metern beträgt die maximale Reichweite 9995 Meter.cite-ref-53[53] Die Stabilisierung erlaubt es dem RichtschĂźtzen, ein Ziel auch während der Fahrt präzise anzuvisieren und mit dem Laserentfernungsmesser die Entfernung zu bestimmen. Aus der ermittelten Entfernung, den Daten eines auf dem Turmdach installierten Querwindsensors, der Temperatur der Treibladung, eines Verkantungssensors und dem Kollimatorspiegel an der RohrmĂźndung wird dann die notwendige RohrerhĂśhung und der Vorhaltewinkel berechnet und dem RichtschĂźtzen in seinem Display angezeigt. Diese Art der Datenermittlung zur Feuerleitung ermĂśglichen sowohl beim Kampf aus Stellungen als auch aus der Fahrt eine sehr hohe Erstschusstrefferwahrscheinlichkeit. Nach Angaben der US Army ist die Hauptwaffe auf Entfernungen von mehr als 1200 Metern präziser als ein ScharfschĂźtzengewehr.cite-ref-54[54]
Technische Daten
| Bezeichnung | M1A2 Main Battle Tank |
|---|---|
| Typ: | Kampfpanzer |
| Besatzung: | 4 |
| Motor: | Gasturbine Textron Lycoming AGT 1500 |
| Leistung: | 1.500 PS (1.103 kW) bei 22.500/min |
| Getriebe: | automatisches Lenk-Schalt-Getriebe Allison X-1100-3B |
| Fahrwerk: | drehstabgefedertes StĂźtzrollenlaufwerk |
| Länge ßber alles: | 9830 mm |
| Breite Ăźber alles: | 3657 mm |
| HĂśhe Ăźber alles: | 2885 mm |
| Bodenfreiheit: | 483 mm |
| Watfähigkeit : | 1219 mm |
| Grabenßberschreitfähigkeit : | 2743 mm |
| Kletterfähigkeit: | 1067 mm |
| Steigfähigkeit : | 60 % |
| Querneigung: | 40 % |
| Gefechtsgewicht: | 63.086 kg |
| Spezifischer Bodendruck : | 15,4 PSI [ 55 ] [1,08262 kg/cm²] |
| HĂśchstgeschwindigkeit StraĂe: | 68 km/h |
| HÜchstgeschwindigkeit Gelände: | 48 km/h |
| Kraftstoffmenge: | 1908 Liter |
| Spezifischer Kraftstoffverbrauch | 287 g/kWh [ 56 ] |
| Fahrbereich: | 426 km |
| Bewaffnung: | M256-Kanone, 2 Ă M240-MGs, 1 Ă M2-MG |
| Munition: | 40 Patronen fĂźr die Kanone; 12.400 Patronen fĂźr die M240, 1000 Patronen fĂźr das M2 |
Einsatz
Einsatzprofil
Die ursprĂźngliche Hauptaufgabe des M1 bestand darin, im Gefecht der verbundenen Waffen im Zusammenwirken mit dem SchĂźtzenpanzer M2 Bradley schnelle VorstĂśĂe durchzufĂźhren und feindliche Panzer zu vernichten. Während der Operation Desert Storm wurden Kampfbataillone aus zwei Kompanien M2 Bradley und zwei Kompanien M1 Abrams gebildet. Die M1 bildeten während des Angriffs aufgrund ihrer besseren Panzerung die Spitze, während die M2 den Flankenschutz Ăźbernahmen und beim Zusammentreffen mit gegnerischen Kräften Angriffe auf deren Flanken durchfĂźhren konnten.cite-ref-57[57] Seit dem Ende des Irakkriegs wurde der M1 weiterhin von den dort stationierten Truppen eingesetzt. Sein Aufgabenschwerpunkt verschob sich jedoch von der Bekämpfung feindlicher Panzer zur UnterstĂźtzung eigener Infanterie in bebautem Gelände.
Einsatzgeschiche
Golf- und Irakkriege
Der M1 war seit seiner Indienststellung an allen groĂen Militäroperationen der USA beteiligt, unter anderem an der Operation âDesert Stormâ des zweiten Golfkrieges (1990â1991), dem Irakkrieg (2003) sowie der Besetzung des Irak 2003â2011.
Zu Beginn des zweiten Golfkrieges befanden sich insgesamt 3113 Abrams in der Golfregion, wobei 2024 aktiven Einheiten zugeordnet waren und 1089 Panzer in Reserve gehalten wurden. In den aktiven Einheiten waren 94 % der Panzer vom Typ M1A1 und 6 % vom Original-Typ M1. Allgemein zeichnete sich der Abrams durch seine hohe Verfßgbarkeit (90 % und mehr während der Bodengefechte), Mobilität und Feuerkraft aus, wobei das raue Klima der irakischen Wßste auch zu Problemen bei der Wartung fßhrte. Insbesondere die Luftfilter und Kraftstoffpumpen erwiesen sich als fehleranfällig und mussten häufig ausgetauscht werden. Auch der hohe Treibstoffverbrauch bereitete Probleme beim Nachschub und reduzierte die operative Reichweite. Neben der sehr guten offensiven Leistung des Abrams wies auch dessen Panzerung und Sicherheitsdesign kaum Schwächen auf. Es wurden insgesamt neun Fahrzeuge zerstÜrt, davon sieben durch den Beschuss eigener Truppen und zwei durch absichtliche Sprengung, um festgefahrene Panzer nicht dem Feind zu ßberlassen. Darßber hinaus wurden 14 Abrams durch Minen oder Feindfeuer beschädigt, wobei irakische T-72 mindestens sieben Volltreffer erzielten. Während der gesamten Operation wurde kein einziger Abrams durch feindliches Feuer zerstÜrt, auch nicht bei Mehrfach-Treffern.cite-ref-gao-58-0[58]
Während des Konfliktes zeigte sich eine groĂe Ăberlegenheit gegenĂźber den durch die Iraker eingesetzten T-72M1,cite-ref-59[59] die den Kern der irakischen Panzerstreitkräfte bildeten.cite-ref-60[60] Durch die leistungsfähigeren Wärmebildgeräte und Feuerleitanlage war der M1 in der Lage, die irakischen Panzer auch bei schlechten Sichtbedingungen, verursacht durch Nebel oder den Rauch der brennenden Ălquellen, auf Entfernungen Ăźber 3000 m effektiv zu bekämpfen.cite-ref-gao-58-1[58] Auch die eingesetzte Wuchtmunition vom Typ M829 erwies sich als effektiv bei der Durchdringung der T-72-Panzerung. So konnten zwei Panzer dieses Typs mit einem einzigen Schuss ausgeschaltet werden, da der Penetrator den ersten Panzer komplett durchschlug und dann noch einen zweiten dahinterstehenden Panzer ausschaltete (insgesamt wurde die T-72-Panzerung damit dreimal hintereinander durchdrungen).cite-ref-dti-61-0[61] In einem anderen Fall konnte auch eine zehn Meter dicke Sandbarriere den dahinter stehenden T-72 nicht vor der ZerstĂśrung schĂźtzen.cite-ref-dti-61-1[61] Aufgrund der hohen Leistung des M829-Geschosses bekam es den Spitznamen âSilberkugelâ (englisch silver bullet).
Im Zuge seines Einsatzes im Irak und der naturgemäĂen Verwundbarkeit von Kampfpanzern in bebautem Gelände sind die Verlustzahlen durch IEDs und massiven Nahbereichsbeschuss durch RPGs mittlerweile deutlich angestiegen. Seit dem Beginn der Operation Iraqi Freedom wurden 80 M1 so stark beschädigt, dass sie in die Vereinigten Staaten zurĂźckgebracht werden mussten. Von diesen 80 wurden 63 repariert und wieder in Dienst genommen; die restlichen 17 waren so stark beschädigt, dass eine Reparatur nicht mehr wirtschaftlich vertretbar war.
Russischer Ăberfall auf die Ukraine seit 2022
Im Zuge des Russischen Ăberfalls auf die Ukraine 2022, schickten die USA im Jahr 2023 insgesamt 31 M1-Abrams-Panzer als Teil eines grĂśĂeren UnterstĂźtzungspakets an die Ukraine. UrsprĂźnglich war seit der AnkĂźndigung der Lieferung im Januar 2023cite-ref-62[62] die Variante M1A2 vorgesehen,cite-ref-63[63] doch im April entschied man sich fĂźr den älteren M1A1SA.cite-ref-64[64]cite-ref-65[65] Die Ausbildung ukrainischer Besatzungen begann im Mai auf dem deutsch-amerikanischen TruppenĂźbungsplatz GrafenwĂśhrcite-ref-0-66-0[66] und im September wurde die Lieferung panzerbrechender Uranmunition bestätigt.cite-ref-67[67] Die ersten Fahrzeuge wurden am 25. September an das ukrainische Militär Ăźbergebencite-ref-68[68] und am 16. Oktober 2023 war die Lieferung aller 31 Fahrzeuge abgeschlossen worden.cite-ref-69[69]
Der Abrams kam bei der Schlacht um Awdijiwka im Februar 2024 zum ersten Mal zum Einsatz, wo er mit der Taktik âquick raidâ eingesetzt wurde: Die Fahrzeuge nahmen gegnerische Stellungen unter Beschuss und zogen sich direkt wieder zurĂźck. Der Schwerpunkt lag darauf, ständig in Bewegung zu bleiben und nur beim Feuern zu halten, um feindliche Gegenwehr zu erschweren und eine mĂśglichst hohe FeuerunterstĂźtzung zu ermĂśglichen. Bereits am 26. Februar wurde jedoch der erste M1 durch feindlichen Beschuss zerstĂśrt: Das Fahrzeug wurde in der Nähe des Dorfes Berdychi durch FPV-Drohnen fahruntĂźchtig gemacht, worauf die Besatzung floh. Weitere Drohnen zerstĂśrten dann das Fahrzeug.cite-ref-1-70-0[70] Ein weiterer Abrams wurde am 2. April 2024 wiederum beim gleichen Dorf zerstĂśrt.cite-ref-71[71]
Mai 2024 wurden die Panzer von der Front abgezogen, weil âes kein offenes Gelände gab, Ăźber das man ohne Angst vor Entdeckung fahren kannâ. Der russische Einsatz von Jäger-Killerdrohnen habe es âzu schwierigâ gemacht, die Panzer auf dem aktuellen Schlachtfeld zu bedienen, da âschlammiger Boden die ManĂśvrierfähigkeit behindertâ. Die bislang gelieferten Panzer waren älter (1986 in Dienst gestellt) und âExportâ-Versionen ohne aktuelle Panzerungstechnologie. Dadurch sollte die Auswertung und das Reverse Engineering von erbeuteten Abrams verhindert werden.cite-ref-72[72]cite-ref-73[73]cite-ref-1-70-1[70] Seit dem 1. Mai 2024 kann ein geborgener Abrams in Moskau Ăśffentlich im Rahmen einer Ausstellung besichtigt werden.cite-ref-74[74]cite-ref-75[75]
Nach russischen Angaben wurde am 22. August 2024 während der ukrainischen Kursk-Offensive ein Abrams erstmals auf russischem Staatsgebiet zerstĂśrt.cite-ref-76[76] Ein von der Besatzung aufgegebener und weitgehend intakter Abrams fiel im Rahmen des ukrainischen VorstoĂes bei Kursk im März 2025 den russischen Streitkräften in die Hände.cite-ref-77[77] Bis Juni 2025 gehen OSINT-Analysen davon aus, dass 22cite-ref-78[78] bis 27cite-ref-79[79] der 31 US-amerikanischen Abrams zerstĂśrt, aufgegeben oder durch den Feind erbeutet wurden.
Im Juli 2025 sicherte Australien der Ukraine weitere 49 Abrams-Panzer zu, welche bis zum 19. Dezember 2025 ausgeliefert wurden.cite-ref-80[80]
Nutzerstaaten
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/fehlend
Neben den USA, die 2022 eine Flotte von 2645 (eingelagert: 3450)cite-ref-81[81] M1 in verschiedenen Versionen unterhalten, sind die nachstehenden Staaten ebenfalls Nutzer des M1, allerdings in wesentlich geringerem Umfang. Die relativ geringen Exportzahlen sind auf verschiedene Grßnde zurßckzufßhren. Viele NATO-Staaten unterhalten eigene Kampfpanzerentwicklungen, so dass der Kauf von M1 nicht nÜtig ist. Vielfach gab auch der hohe Treibstoffverbrauch den Ausschlag gegen den Erwerb, da gleichzeitig die Logistikkapazitäten ausgebaut werden mßssten. Aus diesem Grund wurde auch eine Variante des M1 entwickelt, die mit einem Dieselmotor von MTU Friedrichshafen ausgestattet ist.cite-ref-82[82] Bislang fanden sich jedoch keine Käufer fßr diese Variante. Viele Staaten sehen aufgrund der hohen Kosten von einem Erwerb des M1 ab.
Australien
2004 gab das australische Verteidigungsministerium bekannt, dass im Rahmen des Vorhabens Land 907 Tank Replacement Projekt der Kauf von 59 M1A1 geplant sei, um den Leopard 1 AS1 zu ersetzen. Dieser ist trotz der vielen Kampfwertsteigerungen technologisch nicht mehr konkurrenzfähig zu Kampfpanzern der dritten Generation. Zudem wollte das australische Militär eine Systemgleichheit mit den US-Streitkräften erreichen, um die Logistik bei gemeinsamen Einsätzen zu vereinfachen. Die Lieferung der Fahrzeuge erfolgte bis 2007, wobei die ersten 18 im September 2006 eintrafen. Von den 59 erworbenen Fahrzeugen des Typs M1A1 AIM sind 41 im 1st Armoured Regiment eingesetzt, die restlichen sind fĂźr Ăbungs- und Trainingszwecke vorgesehen. Alle Panzer stammen aus den Reservebeständen der 7. US-Armee. Der Auftrag umfasste ein Volumen von 475 Millionen US-Dollar. Darin waren neben den Kampfpanzern noch sieben Bergepanzer vom Typ M88A2 HERCULES, acht Treibstoff-LKWs, 14 Schwerlasttransporter, Ersatzteile und Ausbildungssimulatoren enthalten. Die ursprĂźngliche Einheits-Tarnfarbe âSandgelbâ der Kampfpanzer wurde ab November 2009 auf den australischen Dreifarb-Tarnanstrich umgestellt. Das Umtarnen erfolgte während der Depotinstandsetzungszyklen, sodass es in diesem Zeitraum beide Varianten gab.cite-ref-83[83]cite-ref-84[84] [veraltet]Ab voraussichtlich 2024 ist geplant, die 59 Panzer vom Typ M1A1 durch 75 vom Typ M1A2 aus amerikanischen Beständen zu ersetzen.cite-ref-smh120122-85-0[85] Der Anfang 2022 abgeschlossene Auftrag, der noch weitere 45 gepanzerte Fahrzeuge umfasst, hat ein Volumen von 3,5 Milliarden US-Dollar (rund 3,06 Milliarden Euro bzw. 3,2 Milliarden Schweizer Franken).cite-ref-smh120122-85-1[85] Australien verfĂźgt 2022 Ăźber 59 Panzer vom Typ M1A1.cite-ref-86[86]
Ăgypten
Ăgypten wurde 1989 von den USA in die Liste ihrer wichtigsten VerbĂźndeten auĂerhalb der NATO aufgenommen. Damit bekam das Land bevorzugten Zugang zu ausgewählten RĂźstungsprogrammen. Zudem wollte das Heer die vorwiegend sowjetische AusrĂźstung ausmustern und durch modernere ersetzen. So wurde Ăgypten zum ersten Exportkunden fĂźr den M1; bis 1998 wurden 555 M1A1 ausgeliefert. Die Endmontage erfolgte in Ăgypten, wobei 35 % aller Teile in Ăgypten gefertigt wurden und der Rest aus den USA geliefert wurde. 2002 bekam General Dynamics den Auftrag, die ägyptische RĂźstungsindustrie bei der Produktion eigener M1 zu unterstĂźtzen. Seitdem wurden weitere 325 Panzer in Ăgypten gefertigt beziehungsweise endmontiert. Bis 2011 folgten weitere 125 Exemplare, was den Bestand auf 1.005 Fahrzeuge erweiterte.cite-ref-87[87] Insgesamt plant Ăgypten, seine M1-Flotte auf 1500 Fahrzeuge auszubauen. Die ägyptischen M1A1 sind fast identisch mit den in den USA gefertigten Exemplaren, verfĂźgen jedoch nicht Ăźber die verbesserte Frontpanzerung.cite-ref-schulze7-88-0[88] 2022 verfĂźgt Ăgypten Ăźber 1130 M1A1.cite-ref-89[89]
Bahrain
Im Jahr 2024 bestellten die Streitkräfte Bahrains 50 M1A2 SEPv3 als Ersatz fßr den M60.cite-ref-90[90]
Irak
Da ein groĂer Teil der Panzerverbände während des Golfkriegs 1991 und des Irakkriegs vernichtet wurde und die vorhandenen Kampfpanzer veraltet sind, stellte der Irak 2008 einen Antrag auf Versorgung mit neuem Material, um die bislang schwache Panzerbekämpfungsfähigkeit zu erhĂśhen. Insgesamt erhielten die irakischen Streitkräfte von August 2010cite-ref-91[91] bis August 2011 140 M1A1Mcite-ref-92[92] (abgerĂźstete Variante ohne die Uranpanzerung). Zusätzlich umfasst die Lieferung Bergepanzer, Versorgungs- und Sanitätsfahrzeuge, Schwerlasttransporter und Ersatzteile.cite-ref-93[93] Im Oktober 2012 wurde bekannt, dass sechs zusätzliche Panzer geliefert wurden.cite-ref-94[94]
Während des Bßrgerkrieges in Syrien konnte der Islamische Staat nach Aussagen der Peschmerga mehrere Panzer des Typs M1 Abrams erbeuten, die von der fliehenden irakischen Armee zurßckgelassen wurden.cite-ref-95[95] Der Irak verfßgt 2022 ßber rund 100 M1A1.cite-ref-96[96]
Kuwait
Die Streitkräfte Kuwaits erlitten während der irakischen Invasion schwere Verluste an Mensch und Material. Nach der Befreiung wurden die Landstreitkräfte schnell wieder aufgebaut, wobei ein Schwerpunkt auf der Modernisierung der Panzertruppe lag. Aufgrund des Erfolgs des M1 entschied sich Kuwait dafßr, 218 M1A2 aus US-amerikanischen Beständen zu erwerben. Diese wurden in drei Losen bis 1996 ausgeliefert, sodass 2022 218 M1A1 aktiv sind.cite-ref-97[97]
Marokko
Im Jahr 2015 bestellten die KÜniglich marokkanischen Streitkräfte 222 Panzer der Ausfßhrung M1A1 SA (situational awareness).cite-ref-98[98] Diese Fahrzeuge stammten aus dem Bestand der United States Army und wurden vor der Auslieferung bei General Dynamics generalßberholt und modernisiert.cite-ref-99[99] Dort erhielten sie neue Optiken sowie eine verbesserte Panzerung. Die Panzer wurden zwischen 2016 und 2018 in zwei Losen an Marokko ausgeliefert, sodass 2022 222 M1A1 SA aktiv sind.cite-ref-100[100]
Polen
Im Jahr 2021 bestellten die polnischen Streitkräfte 250 Panzer der Ausfßhrung M1A2 SEPv3 (System Enhanced Package Version 3). Der Kaufpreis fßr die Fahrzeuge beträgt rund 6 Milliarden US-Dollar. Die Auslieferung der Panzer begann Anfang 2025. Bei den polnischen Landstreitkräften wird der M1 Abrams die Panzer der Typen PT-91 und T-72 ersetzen.cite-ref-101[101]cite-ref-102[102]cite-ref-103[103]
Rumänien
Im Jahr 2023 bestellten die Armata RomânÄ 54 Panzer der AusfĂźhrung M1A2 SEPv3 (System Enhanced Package Version 3). Der Kaufpreis fĂźr die Fahrzeuge beträgt rund 2,53 Milliarden US-Dollar. Im rumänischen Heer wird der M1 Abrams die veralteten Panzermodelle T-55 und TR-85 ersetzen.cite-ref-104[104]cite-ref-105[105]
Saudi-Arabien
Saudi-Arabien wollte nach der Beendigung des Golfkrieges seine Panzertruppe mit dem Leopard 2 modernisieren. Ein Argument dafßr war die 120-mm-Glattrohrkanone. Auf Grund von Exportbeschränkungen zum Leopard 2 konnte er jedoch nicht erworben werden.cite-ref-106[106] Daher wurden 315 M1A2 zwischen 1994 und 1996 mit einer in Lizenz gefertigten Glattrohrkanone erworben. Die saudischen Panzer verfßgen ßber eine andere Funkanlage und ein neues Fahrzeuginformationssystem, die Bezeichnung lautet M1A2S. Saudi-Arabien besitzt 2022 rund 500 M1A2/A2S.cite-ref-107[107]
Ukraine
Die ukrainischen Streitkräfte bekamen 2023cite-ref-108[108] von den Vereinigten Staaten 31 M1A1 Abrams, weitere 49 wurden von Australien im Jahr 2025cite-ref-109[109] geliefert.cite-ref-kiel-110-0[110] Die Ausbildung ukrainischer Panzersoldaten an Fahrzeugen desselben Typs begann im Mai 2023 auf dem deutsch-amerikanischen Truppenßbungsplatz GrafenwÜhr.cite-ref-0-66-1[66]
Varianten
Improved M1
Da die Konstruktion des M1 von Anfang an darauf ausgelegt war, die 120-mm-Glattrohrkanone aufzunehmen, entschied die Army sich 1981 dazu, 14 Panzer probeweise mit der neuen Waffe auszustatten. Daneben wurden weitere Modifikationen vorgenommen, diese umfassten unter anderem eine verbesserte Panzerung an Turm und Wanne, geänderte Munitionshalterungen fĂźr die neue Munition, den Einbau einer integrierten ABC-Schutzanlage mit neuen Luftfiltern, einen Staukasten am Turmheck und einen neuen Turmantrieb. Die Bezeichnung der Versuchsexemplare lautete M1E1. Während der Erprobung der Kanone entschied die Army, dass die bereits serienreifen Veränderungen in die laufende Produktion Ăźbernommen werden sollten. Aufgrund dessen wurden ab 1984 einige Ănderungen an neu produzierten Fahrzeugen vorgenommen. Die Ănderungen betrafen die Verbesserung der Panzerung und die Anbringung des Staukastens am Turmheck, um der Besatzung mehr Raum zur Unterbringung der persĂśnlichen AusrĂźstung zu geben. Insgesamt wurden 894 Exemplare gefertigt, bevor die Produktion auf das Modell A1 umgestellt wurde. Fahrzeuge dieser ersten Kampfwertsteigerung befinden sich heute nicht mehr im Dienst der US Army, einige wenige Exemplare waren noch bis 1997 bei der Nationalgarde in Gebrauch. Alle anderen Fahrzeuge wurden umgerĂźstet oder fĂźr spätere UmrĂźstungen eingelagert.cite-ref-111[111]
M1A1/M1A1D
Der erste M1A1 wurde im August 1985 hergestellt. Diese Variante enthält bereits die Ănderungen des Improved M1. Die wesentlichen Neuerungen waren der Austausch der 105-mm-Kanone durch eine Lizenzfertigung der 120-mm-Glattrohrkanone von Rheinmetall und die Umsetzung des Product improvement program (PIP). Dieses umfasste den Einbau eines ABC-Schutzsystems, das gleichzeitig als Klimaanlage und Heizung fungiert. Weitere kleine Ănderungen wurden an den KettenschĂźrzen des Laufwerkes, am Getriebe sowie an den Sitzen fĂźr LadeschĂźtze und Kommandant vorgenommen. Insgesamt wurden 2388 M1A1 neu hergestellt, bereits produzierte M1 wurden nachgerĂźstet. Die Produktion der M1A1-Serie endete 1993, nachdem insgesamt 4796 Fahrzeuge hergestellt oder umgerĂźstet wurden. Eine Variante des M1A1, die seit 2000 mit dem digitalen FĂźhrungs- und Informationssystem des M1A2 ausgestattet ist, wird als M1A1D bezeichnet.
M1A1 HA
1988 stellte die Army die Forderung nach einer Version des M1A1 mit verbesserter Panzerung. Um innerhalb akzeptabler Gewichtsgrenzen zu bleiben, wurde abgereichertes Uran als Panzerungsmaterial ausgewählt. Dieses wird zwischen zwei Lagen aus Stahl in der Turmfront verbaut. Aufgrund dieser Bauweise und der niedrigen Strahlung des abgereicherten Urans wurde diese Art der Panzerung von der US Nuclear Regulatory Commission als unbedenklich eingestuft. Diese bis 1993 produzierte Variante wird als M1A1 HA (Heavy Armour) bezeichnet, 1328 Exemplare wurden hergestellt. Weitere 834 Kampfpanzer trugen die Kennung HA+ und verfĂźgten Ăźber eine erneut verbesserte uranhaltige Panzerung. Diese Versionen sind äuĂerlich nicht von einem Fahrzeug ohne Uranpanzerung zu unterscheiden.
M1A1 HC
Dieser Typ des Abrams war auf die Anforderungen des United States Marine Corps zugeschnitten und basierte auf dem M1A1 HA+. Die als Heavy Common bezeichnete Variante verfĂźgte zudem Ăźber technische Ănderungen, die fĂźr den Einsatzraum der Marineinfanterie erforderlich sind. So wurden die Kampfpanzer mit einer Tiefwatausstattung, einem Fahrzeugnavigationssystem und einem besseren Korrosionsschutz versehen. Insgesamt wurden durch General Dynamics 329 M1A1 HC gefertigt.
M1A1 AIM
Im Rahmen dieses Programms wurden M1A1-Panzer der U.S. Army komplett in ihre Einzelteile zerlegt und danach unter Verwendung generalĂźberholter Teile wieder zusammengesetzt.cite-ref-112[112] Deshalb wurden diese Fahrzeuge mit null Betriebsstunden als âfabrikneuâ eingestuft. Das Ziel war es, den Konstruktionsstand der unterschiedlichen M1A1-RĂźststände anzugleichen. Weiterhin wurden einige Neuerungen eingebaut, mit denen die FĂźhrbarkeit des Panzers verbessert werden sollte. Zu den Neuerungen gehĂśrte der Einbau digitalisierter Kommunikationseinrichtungen (intern und extern) sowie neuer Bediengeräte fĂźr den Kommandanten. Ein Stromerzeugungsaggregat am Heck sollte den Treibstoffverbrauch im Stillstand verringern. Weiterhin wurde ein eigenes Wärmebildgerät zur Bedienung des schweren MGs des Kommandanten installiert. FĂźr die UmrĂźstung wurden M1A1 älterer Baulose herangezogen. Ab 2000 wurden jedes Jahr 45 M1A1, später 135 auf den Stand M1A1 AIM gebracht und den US-Streitkräften wieder zugefĂźhrt. Die Ausstattung eines Bataillons erfolgte immer komplett und beinhaltete 44 Kampfpanzer mit neuen Vorschriften, Ersatzteilen und RĂźstsätzen. Panzer fĂźr den Export durchliefen ebenfalls das AIM-Programm.cite-ref-m1-abrams-tusk-113-0[113]
M1A2
Ende 1988 wurde General Dynamics Land Systems mit einem weiteren Kampfwertsteigerungsprogramm betraut. Dabei sollten ein nochmals erhĂśhter Panzerschutz, eine erhĂśhte Ăberlebensfähigkeit und verbesserte FĂźhrbarkeit des Fahrzeugs im Vordergrund stehen. Aufgrund des auf 61,7 t angestiegenen Gewichts konnten nicht alle WĂźnsche der Army hinsichtlich zusätzlicher Panzerung umgesetzt werden. Zur Verbesserung der FĂźhrbarkeit wurde ein unabhängiges Wärmebildgerät fĂźr den Kommandanten eingebaut (Commanderâs Independent Thermal Viewer â CITV), sämtliche vorhandenen Wärmebildgeräte wurden auf Exemplare der 2. Generation umgerĂźstet, die Elektronik wurde Ăźberarbeitet und ein Inter Vehicular Information Systems (IVIS) in das System integriert, das den Austausch von Lagedaten zwischen den einzelnen Fahrzeugen erlaubt. Das CITV erlaubt dem Kommandanten bei schlechter Sicht eine vom Wärmebildgerät des SchĂźtzen unabhängige Beobachtung. Weiterhin wurde die Waffenstation des Kommandanten verbessert und eine Hull Power Distribution Unit zur besseren Energieversorgung der elektrischen Systeme in die Wanne eingebaut. Um die Ausdauer des Fahrzeugs zu steigern, wurde ein Stromerzeugungsaggregat mit 6,2 kW Leistung am Heck angebracht. Vor dieser MaĂnahme musste die Turbine im Leerlauf weiterlaufen, um die Stromversorgung sicherzustellen. Das Munitionsmagazin im Turmheck wurde ebenfalls Ăźberarbeitet, so dass zwei zusätzliche Patronen dort gelagert werden kĂśnnen. Die ersten Fahrzeuge des M1A2 wurden 1992 ausgeliefert; die Produktion endete 1996, nachdem Exportkunden wie Saudi-Arabien beliefert worden waren. Derzeit erfolgt noch die UmrĂźstung älterer Varianten auf das Modell A2.cite-ref-114[114] Der M1A2 unterscheidet sich äuĂerlich durch das CITV vor der LadeschĂźtzenluke von den frĂźheren Versionen. Nach Angaben der Army kann der M1A2 Ziele um 45 % schneller aufklären, die ZielĂźbergabe vom Kommandanten an den SchĂźtzen erfolgt um bis zu 70 % schneller und die Positionsbestimmung von Zielen erfolgt bis zu 32 % präziser als beim M1A1.
M1A2 SEP
Das SEP (System Enhancement Program) umfasst einige Punkte, die sowohl die Fßhrbarkeit, die Ausdauer im Gefecht als auch die Kampfkraft verbessern sollen. Dazu wurde ein neues Wärmebildgerät der 2. Generation fßr den Kommandanten eingebaut, ein neuer augensicherer Laserentfernungsmesser installiert sowie digitalisierte Karten auf einem Farb-Display fßr den Kommandanten in das System integriert. Die Leistung des Computersystems wurde ebenfalls verbessert, der Speicher wurde erweitert und ein neues Betriebssystem mit Upgradepotential fßr zukßnftige Kampfwertsteigerungen installiert. Die Panzerung an der Turmfront und an den Seiten wurde ein weiteres Mal erhÜht. Laut Angaben der Army stieg die maximale Schussentfernung auf 4000 Meter. Im Kampfraum wurde eine Klimaanlage fßr die Elektronik und die Besatzung installiert.cite-ref-115[115] Der M1A2 verfßgt ßber kein Stromerzeugeraggregat, jedoch besteht die MÜglichkeit, ein solches im Heck unter Panzerschutz einzubauen. Um die Funktionsfähigkeit der elektrischen Systeme auch bei abgeschalteter Turbine sicherzustellen, wurden an dieser Stelle zusätzliche Hochleistungsbatterien eingebaut.
M1 TUSK
Aufgrund der steigenden Ausfälle des Panzers im Irak beim Einsatz in bebautem Gelände wurde das TUSK-Programm ins Leben gerufen. TUSK steht fĂźr Tank Urban Survival Kit und ist ein ZurĂźstsatz fĂźr Kampfpanzer zur Steigerung der Ăberlebensfähigkeit bei Einsätzen in bebautem Gebiet. Der von General Dynamics Landsysteme gefertigte RĂźstsatz besteht zum GroĂteil aus eingefĂźhrten Komponenten bestehender Systeme. Im August 2006 wurden vom U.S. Army Tank-Automotive and Armaments Command (TACOM) in einem ersten Los 505 RĂźstsätze fĂźr einen Gesamtpreis von 45 Millionen US-Dollar bestellt. Von Sommer 2007 bis April 2009 wurden damit die M1 Abrams im Irak nachgerĂźstet. Die Dauer der Montage des kompletten TUSK-I-RĂźstsatzes beträgt zwĂślf Stunden.cite-ref-m1-abrams-tusk-113-1[113]
Wegen der unterschiedlich genutzten Varianten wurden ebenfalls unterschiedliche Rßstsätze eingefßhrt. Der als TUSK I bezeichnete Rßstsatz steht sowohl fßr den M1A1 als auch den M1A2 SEP zur Verfßgung und umfasst folgende Komponenten:cite-ref-m1-abrams-tusk-113-2[113]
⢠Reaktivpanzerung ARAT I (Abrams Reactive Armor Tiles)
ARAT basiert auf der Reaktivpanzerung des M2/M3 Bradley und nutzt handhabungssicheren Sprengstoff. ARAT I besteht aus 64 Segmenten, die je Seite zu zwei Reihen mit je 16 StĂźck auf den KettenschĂźrzen angebracht werden. Die als XM19 bezeichneten Kacheln schĂźtzen gegen Hohlladungen.
⢠Schutzschild an der Lafette des LadeschĂźtzen (Loaderâ˛s Armor Gun Shield â LAGS)
Das aus einem 200 mm hohen Ring und einem Schutzschild bestehende LAGS schĂźtzt den LadeschĂźtzen beim Bedienen seines Maschinengewehres. Der um die LadeschĂźtzenluke herumlaufende Ring und der Schild bestehen aus Panzerstahl und Panzerglas.
⢠Wärmebildgerät fĂźr den Kommandanten (Remote Thermal Sight â RTS)
Das ungekßhlte Wärmebildgerät (WBG) der 2. Generation ermÜglicht dem Kommandanten des M1A1 erstmals, Ziele bei Nacht und bei jeder Wetterlage mit seinem Maschinengewehr zu bekämpfen. Das von dem WBG erzeugte Bild wird auf dem Monitor (DCM; Display Control Module) des Kommandanten angezeigt. Es ist achsparallel zum M2HB auf der Lafette montiert.
⢠Wärmebildgerät fĂźr den LadeschĂźtzen (Loaderâ˛s Thermal Weapon Sight â LTWS)
Das Wärmebildgerät des LadeschĂźtzen entstammt dem Land-Warrior-Programm der US-Armee. Das von Raython Network Centric Systems hergestellte AN/PAS 13 wird auf der Picatinny-Schiene des M240B montiert. Das Ăźber ein Kabel an den Stromverteiler (PDB) angeschlossene Gerät erlaubt dem LadeschĂźtzen, Ziele bis zu einer Entfernung von 550 Metern aufzuklären und zu bekämpfen. Ein Helmdisplay (Helmet-Mounted-Display â HMD) mit einer AuflĂśsung von 800 Ă 600 Pixeln projiziert die Bilder vor das Auge des Benutzers.
⢠Wärmebildgerät fĂźr den Fahrer (Driverâ˛s Vision Enhancer â DVE)
Das DVE ermĂśglicht dem Fahrer eine bessere Sicht bei Nacht sowie bei Staub- und Rauchentwicklung. Das aus einem Sensormodul (SM) und einem Kontrollbildschirm (DCM) bestehende Wärmebildgerät verfĂźgt Ăźber ein 10,4-Zoll-Display mit einer AuflĂśsung von 800 Ă 600 Pixeln. Das Sensormodul besteht aus einem 640 Ă 480, 8â12-Âľm-Mikrobolometer-Detektor, mit dessen Hilfe Fahrzeuge bis auf Entfernungen von 1790 m erkannt werden kĂśnnen. Unter Gefechtsbedingungen kann eine Person bis auf 190 m erkannt werden. Das im Austausch zum mittleren Winkelspiegel genutzte DVE kann im Temperaturbereich von â37 °C bis +49 °C eingesetzt werden.
⢠AuĂenbordsprechstelle (Tank Infantry Phone â TIP)
Das TIP ist eine AuĂenbordsprechstelle am rechten Fahrzeugheck des Abrams. Das in die Bordverständigungsanlage integrierte Gerät ist ein zusätzlicher Wahlschalter der Anlage und ermĂśglicht dem Benutzer, mit der Panzerbesatzung zu sprechen, den Funkverkehr mitzuhĂśren oder selbst einen Funkspruch abzusetzen.
⢠Stromverteilerkasten (Power Distribution Box â PDB)
⢠MG-Lafette auf der Bordkanone (Counter Sniper/Anti Material Mount (CS/AMM))
Das Counter Sniper/Anti Material Mount ist eine schwere MG-Lafette fßr das Browning M2HB oder M240B. Die Lafette ermÜglicht es, ein zweites MG koaxial zur Bordkanone auf deren Blende zu installieren und gegen Scharfschßtzen, Panzervernichtungstrupps und weitere Ziele im Nahbereich einzusetzen. Trägt die Lafette das M2HB, kÜnnen Ziele bis auf Entfernungen von 2000 Metern bekämpft werden. Zum Richten und Zielen wird die Feuerleitanlage des Panzers genutzt, das Bedienen der Waffe erfolgt komplett unter Panzerschutz. Ebenfalls zur Ausstattung gehÜrt ein Xenon-Suchscheinwerfer, der durch einen gepanzerten Kabelkanal mit dem Stromverteilerkasten verbunden ist. Das Blenden-MG sowie das CS/AMM-MG kÜnnen gleichzeitig genutzt werden.
⢠Minenschutz der Wanne (Abrams Belly Armor)
Die V-fÜrmige Zusatzpanzerung verstärkt die Unterseite der Fahrzeugwanne gegen Minen und IED. Die 1360 kg schwere Zusatzpanzerung reduziert die Bodenfreiheit um 200 mm.
⢠minengeschßtzer Fahrersitz (Mine Resistant Driver Seat)
Der Sitz des Fahrers entspricht im Aufbau dem des deutschen Leopard 2A6M. Aufgehängt ßber vier Gurte an der Fahrzeugdecke und mit Retraktoren (Gurtaufroller) ausgestattet, kann der Fahrer seine individuelle SitzhÜhe (Augenpunkt) ßber und unter Luke nahezu stufenlos einstellen. Durch die Entkopplung des Fahrersitzes vom Wannenboden wird das Risiko einer Verletzung oder TÜtung des Fahrers durch die elastische Verformung des Wannenbodens im Fall der Explosion einer Mine unter dem Panzer verringert.
⢠RPUSA (Rear Protection Unit Slat Armour)
Die Slat Armor oder Käfigpanzerung am Fahrzeugheck wurde während der Entwicklung des TUSK-Programms fßr den Abrams vorgesehen und bereits 2004 im Irak eingesetzt. Gemäà den verÜffentlichten Dokumenten des Programm Executive Office Ground Combat Systems (PEO GCS) ist sie seit 2007 nicht mehr Bestandteil der Umrßstung.
TUSK II verbessert nochmals den Panzerschutz und den Schutz gegen projektilbildende Minen. Offiziell ist dieser auf den M1A2 SEP beschränkt und besteht aus folgenden Komponenten:cite-ref-m1-abrams-tusk-113-3[113]
⢠Reaktivpanzerung ARAT II
ARAT II verstärken die ARAT-I-Panzerung an den Seiten und werden im Bereich des Turmes direkt auf der Panzerung angebracht. Die als XM32 bezeichneten Segmente besitzen die Form eines Dachziegels und werden leicht abgewinkelt zum Boden angebracht. Sie verbessern den Schutz gegen unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (IED) und projektilbildende Ladungen.
⢠360°-Schutzschild fßr den Kommandanten
Das Schutzschildsystem besteht aus Panzerstahl und Panzerglas und umschlieĂt die Kommandantenkuppel. Es ermĂśglicht dem Kommandanten des M1A2 SEP einen besseren Ăberblick Ăźber das Gefechtsfeld, ohne auf den Panzerschutz zu verzichten. Das nur im TUSK II vorgesehene System wurde ebenfalls leicht modifiziert an einigen M1A1 verbaut.
⢠Rßckfahrkamera fßr den Fahrer
Die Rßckfahrkamera (Rear Camera) ermÜglicht dem Fahrer das Rßckwärtsfahren ohne Anweisungen des Kommandanten oder des Ladeschßtzen. Die von BAE Systems entwickelte Kamera verfßgt ßber einen Tagsicht- und einen Wärmebildkanal. Die Darstellung des Bildes erfolgt auf einem Bildschirm des Fahrers und wahlweise auf der Anzeigetafel des Kommandanten. Neben den M1A2 SEP werden auch die M1A1 damit ausgestattet.
TUSK III ist wieder fĂźr den M1A1 und M1A2 SEP geplant und beinhaltet das abstandsaktive Schutzsystem TRAPS (Tactical Rocket Propelled Airbag Protection System), eine minensichere Anordnung der Sitze und fĂźr den Kommandanten und RichtschĂźtzen eine separate fernbedienbare Waffenstation.cite-ref-m1-abrams-tusk-113-4[113]
Fahrzeuge auf Basis des M1
M1 Grizzly
Der M1 Grizzly ist ein Pionierpanzer, der auf der Wanne des M1 aufgebaut ist. Er wurde nach dem zweiten Golfkrieg konstruiert, weil ersichtlich wurde, dass es der Army an Pionierpanzern mangelte, die den M1A1 im Angriff folgen konnten. Der 64 t schwere Grizzly verfĂźgt Ăźber die gleiche Beweglichkeit wie der M1A1 und bietet Schutz gegen Splitter von Artilleriegeschossen. Seine Aufgabe ist das Ăffnen von Minensperren und das Beseitigen von Hindernissen wie beispielsweise Gräben, Stacheldraht und Schutt. Dazu stehen ihm Hilfsmittel wie ein keilfĂśrmiger Minenpflug am Bug mit automatischer Tiefenkontrolle und ein drehbarer Teleskoparm mit TieflĂśffel zur VerfĂźgung der auch als Kran einsetzbar ist. Der Grizzly ist in der Lage, einen Panzergraben innerhalb von fĂźnf Minuten fĂźr einen Panzer wieder Ăźberquerbar zu machen und eine 600 m breite Minensperre innerhalb von 21 Minuten zu Ăśffnen. Die Besatzung besteht aus zwei Soldaten (Fahrer und Kommandant), die Bewaffnung aus einem fernbedienbaren M2-Maschinengewehr.cite-ref-116[116] Aufgrund fehlender Geldmittel wurde die Weiterentwicklung der zwei Prototypen im Jahr 2000 eingestellt.cite-ref-m1-abrams-tusk-113-5[113]
M1 Abrams Panther II
Der Panther II ist ein Minenräumpanzer, ähnlich dem Keiler der Bundeswehr. Er besteht aus einem M1, dessen Turm zur Gewichtsreduzierung entfernt wurde, und einem am Bug angebrachten Minenräumsystem. Der Panzer benĂśtigt aufgrund eines Fernsteuerungssystems keine Besatzung und kann bis zu einer Entfernung von 800 m ferngesteuert werden. Das Minenräumsystem besteht entweder aus einem Minenpflug oder aus einem Minenroller, der durch mehrere schwere Rollen einen hĂśheren Bodendruck ausĂźbt als der Panzer selbst und so Panzerabwehrminen, die in der Fahrbahn des Panzers liegen, zur Detonation bringt. Der Panther II kann ein 5000 m² groĂes Minenfeld innerhalb einer Stunde räumen. Der Minenräumpanzer wird bei den Streitkräften der KFOR genutzt und seit 2003 auch im Irak eingesetzt.cite-ref-117[117]
M104 Wolverine
Hauptartikel: M104 Wolverine
Der M104 Wolverine ist ein mit der deutschen PanzerschnellbrĂźcke Leguan ausgerĂźsteter BrĂźckenleger. Zwischen 1997 und 2003 wurden insgesamt 44 Exemplare von General Dynamics Land Systems gebaut und eingefĂźhrt. Die ursprĂźnglich geplante GesamtstĂźckzahl von 465 Fahrzeugen wurde nach einer EtatkĂźrzung gestrichen.
Joint Assault Bridge
Das USMC begann 2005, das Titan-BrĂźckensystem von BAE Systems auf der Wanne eines M1A1 zu verwenden. Nach einer umfangreichen Truppenerprobung und zwei Prototypen erhielt der RĂźstungskonzern 2007 den Auftrag, sechs BrĂźckenleger zu fertigen. Mit diesen Fahrzeugen ist es mĂśglich, die ScherenbrĂźcke des BrĂźckenlegers M60A1 zu verlegen.
Assault Breacher Vehicle
Der Pionierpanzer Assault Breacher (ABV) basiert auf dem M1A1 und ist eine Entwicklung fĂźr das USMC. Gemäà den Planungen ist er zum Räumen von Hindernissen und zum Schlagen von Minengassen vorgesehen. FĂźr die neuen Aufgaben wurde der Kampfpanzerturm entfernt und durch eine neue Turmkonstruktion ersetzt, die mit einer Reaktivpanzerung versehen wurde. Die Besatzungsstärke beträgt zwei Personen. Zum Minenräumen verfĂźgt der Panzer auf dem Turmdach Ăźber zwei 107 m lange mit C4-Sprengstoff (2,3 kg pro 30 cm) versehene MinenräumschnĂźre (M58 Mine Clearing Line Charges â MICLIC) sowie Ăźber verschiedene Anbaugeräte fĂźr die Wannenfront. Durch den Einsatz eines Schnellwechseladapters (High-Lift Adapter â HLA) kann in kurzer Zeit ein V-fĂśrmiger Minenpflug fĂźr offen verlegte Minen (Surface Mine Plough â SMCD), ein Räumschild (Combat Dozer Blade), ein Spezialminenräumschild vom M1 Abrams (Rapid Ordnance Removal System â ROPS) oder ein Minenpflug fĂźr die gesamte Fahrzeugbreite (Full Width Mine Plough â FWMP) montiert werden. Die geräumte Gasse wird fĂźr nachfolgende Fahrzeuge durch ein am Heck montiertes Markierungssystem (Clear Lane Marking System) gekennzeichnet. Wie beim Panther II besteht die MĂśglichkeit der Fernsteuerung. Insgesamt werden 52 Fahrzeuge vom USMC eingesetzt, weitere 187 Fahrzeuge wurden von der US Army geordert, die das System seit 2010 einsetzen. Der erste Gefechtseinsatz erfolgte durch das USMC am 4. Dezember 2009 während der Operation Cobraâs Anger bei der ErstĂźrmung von Now Zad in Afghanistan. Die SprengschnĂźre wurden im Verlauf der Operation ebenfalls gegen befestigte Stellungen eingesetzt.cite-ref-118[118]
Abrams RV90 Armoured Recovery Vehicle
Bei diesem Fahrzeug handelte es sich um einen Bergepanzer auf einem M1A1-Fahrgestell. Von General Dynamics wurde ein mit einem Kran auf der linken Wannenfront und einem Räumschild ausgestatteter Prototyp gefertigt. Nach einer erfolglosen Vergleichserprobung zwischen dem ARV und dem kampfwertgesteigerten M88A2 HERCULES wurde das Projekt Anfang 1990 eingestellt.
Siehe auch
Literatur
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Weblinks
Commons
: M1 Abrams
â Album mit Bildern und Videos
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⢠Offizielle Website des Herstellers. (englisch)
⢠M1 Details â AusfĂźhrliche Seite zum M1. (englisch)
⢠The Armor Site â AusfĂźhrliche Seite zum M1 Abrams. (archiviert, englisch)
Einzelnachweise
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